Im Test: Samsung Gear S3 Frontier

Wirft man einen Blick auf die aktuell vorliegenden Zahlen (Stand Juni 2017), die den Erfolg von Wearables im Allgemeinen und Smartwatches im Besonderen zum Gegenstand haben, so gibt es einen über alles dominierenden Namen in diesem zwar noch jungen, dafür schon recht bunten und erfolgreichen Spielfeld: Apple mit seiner Apple Watch.

Spätestens ab dem Zeitpunkt, zu dem Apple vor zwei Jahren das neue Produkt auf den Markt gebracht hat, ist vielen klar geworden, dass jetzt die Phase des Zweifelns oder Probierens in Sachen digitaler Technologie am Handgelenk vorbei sein dürfte. Auch diejenigen, die glaubten, das Thema Smartwatch sei lediglich eine vorübergehende Erscheinung und sollte nicht weiter ernst genommen werden, sahen sich getäuscht.

Neben aller Aufmerksamkeit, welche Apple auf sich zog, hatte Samsung, ein weiterer großer Mitspieler und unmittelbarer Wettbewerber, das Thema Smartwatch gleichfalls für sich entdeckt und vorangetrieben.

Während Apple vom Start weg ein Gerät auf den Markt brachte, welches beim Kunden eine hohe Akzeptanz erfuhr, gelang Samsung der Start in diese neue Ära nicht ganz so geschmeidig. Es benötigte mehrerer Anläufe, bis der Pfeil schließlich ins Schwarze traf.

Dieser messerscharfe, heute präzise ins Ziel fliegende Pfeil, nennt sich Samsung Gear S3. Erhältlich ist die aktuelle Kreation als Modell Frontier im maskulinen Fliegeruhrendesign oder als Modell Classic in einem etwas reduzierten und damit eleganteren Outfit.

Verarbeitung und Wertigkeit:

Wir beschaffen uns das neueste Modell, eine Samsung Gear S3 Frontier und machen uns ans Auspacken, oder Unboxing, wie die echten Freaks das nennen. Die Verpackung ist zwar nicht ganz so hochwertig und ansprechend, wie bei einer traditionellen Uhr eines Premiumherstellers, dennoch bekommt der Kunde kein schlechtes Gefühl, wenn er die Verpackung öffnet und seine neue Errungenschaft entnimmt. Der Duft von Elektronik-Discounter ist da aber schon noch mit dabei. Da gibt es also durchaus noch Luft nach oben.

Im Bild: Samsung Gear S3 beim Unboxing

Im Bild: Samsung Gear S3 Rückansicht

Ganz und gar nicht auf Discounter-Niveau bewegen sich hingegen die Materialwahl, Haptik und Verarbeitung der Gear S3. Alleine der zwar perfekt gearbeitete, aber aus Kunststoff gefertigte Gehäuseboden vermag nicht ganz zu überzeugen, klingt er beim Klopfen gegen das Gehäuse doch etwas hohl. Aber wohlgemerkt: Das ist Kritik auf hohem Niveau. Der aus Edelstahl 316L gefertigte Gehäusekörper ist hingegen über jeden Zweifel erhaben. Auch die drehbare Lünette ist mit hoher Präzision gearbeitet und lässt sich spielfrei betätigen. Die leichte Rastung arbeitet angenehm weich und vermittelt das Gefühl hoher Wertigkeit.

Was beim Auspacken ebenfalls sofort auffällt, ist die induktive Ladestation, die es ermöglicht, dass an der Uhr keine elektrischen Kontakte nach außen geführt werden.

Im Bild: Induktiver Ladeadapter mit Standard-USB-Anschluss

Ein Merkmal, wo beispielsweise TAG Heuer bei der Connected oder auch Montblanc beim Modell Summit an der falschen Stelle sparen und das im Hochpreissegment. Der induktiven Ladetechnik ist denn auch der Gehäuseboden aus Kunststoff geschuldet.

Design und Tragekomfort

Aus den vorangegangenen Erfahrungen entschied Samsung folgerichtig, das Thema Exterieur-Design für die neueste Generation in die Hand eines echten Uhrenprofis zu geben. Damit war die Zielsetzung klar. Die Gear S3 sollte, mehr als alle Modelle zuvor, zur echten Uhr weiterentwickelt werden. Die Aufgabe lautete wohl, das Design so nahe wie möglich an eine hochwertige traditionelle Uhr heranzuführen.

Im Bild: Samsung Gear S3, geparkt auf der praktischen Ladestation

Damit beschreitet Samsung einen ähnlichen Weg, wie schon andere Branchen zuvor. Eine digitale Spiegelreflexkamera soll bitte nach Spiegelreflexkamera aussehen und nicht nach Elektronikbox, auch wenn moderne Vertreter dieser Spezies schon längst keinen Umkehrspiegel mehr in sich tragen. Und Elektrofahrzeuge sollten auch besser nach traditionellem Auto aussehen, statt ein unnötig futuristisches Design verpasst bekommen. Weniger ist mehr und der Kunde bevorzugt in der Regel Tradition, auch wenn das Innenleben High-Tech ist.

Und exakt diesen Ansatz verfolgt Samsung. So wurde kein geringerer als der Schweizer Designer und Querdenker Yvan Arpa mit dem Design beauftragt. Arpa, der zuvor schon bei Hublot für das Erfolgsmodell Bing Bang verantwortlich zeichnete, stellte für Samsung eine Rezeptur zusammen, die zu einem stimmigen Ergebnis führte.

Die Ergonomie und der Tragekomfort der Gear S3 ist trotz ihrer stattlichen Größe, mit einem Gehäusedurchmesser von 46 mm, ohne Fehl und Tadel. Dem bisherigen Spitzenreiter in dieser Disziplin, der TAG Heuer Connected, steht die Gear S3 in nichts nach.

Im Bild: Samsung Gear S3 am Handgelenk

Lediglich das werksseitig montierte Armband aus wasserfestem Silikon haben wir ausgetauscht gegen ein farblich zur Uhr passendes Gliederarmband aus hochwertiger, kratzfester Keramik. Das wertet das Erscheinungsbild nochmals erheblich auf. An dieser Stelle hätte Samsung also noch Potenzial.

Display

Das 1,3 Zoll große kreisrunde Display in neuester AMOLED Technologie steuert Samsung aus eigener Fertigung bei. Die Auflösung von 360 x 360px ist zwar nicht rekordverdächtig, aber völlig ausreichend. Was für ein stimmiges Gesamtergebnis viel wichtiger ist, sind die absolut erstklassige Brillanz sowie die perfekt arbeitende Helligkeitsanpassung an die jeweilige Umgebung.

Im Bild: Samsung Gear S3 mit Vollkalender Watchface

Das gilt auch für die zahlreich vorinstallierten Watchfaces. Einige wirken so fotorealistisch, dass die Gear S3 aus etwas Entfernung von einer traditionellen Uhr kaum mehr zu unterscheiden ist, zumal der Sekundenzeiger bei einigen Watchfaces einen ähnlich weichen Lauf zeigt, wie bei einer hochwertigen mechanischen Uhr.

Ein absolutes Novum ist zudem, dass das Display selbst im Sparmodus hell geschaltet bleibt und nahezu alle Details auf dem Zifferblatt angezeigt werden. Lediglich Helligkeit und Kontrast werden in diesem Modus etwas reduziert. Bei Anheben des Handgelenks wird per Lichtsensor dann wieder so ausgesteuert, so dass die Ablesbarkeit selbst bei hellem Sonnenlicht kein Thema ist.

Im Bild: Samsung Gear S3, gute Ablesbarkeit selbst bei grellem Sonnenlicht

Als Schutz für das Display dient ein speziell entwickeltes Corning Gorilla Glas SR+. Es ist zwar weniger kratzfest als Saphirglas, dafür deutlich lichtdurchlässiger, was wiederum Energie spart und diese ist bei einer Smartwatch bekanntlich kostbar.

Inbetriebnahme und Akkulaufzeit

Der Arbeitsspeicher ist mit 768 Megabyte etwas größer als noch beim Vorgängermodell Gear S2. zuvor. Eine Dual-Core-CPU mit 1 GHz sorgt für eine flüssige Darstellung und kurze Reaktionszeiten.

Bereits beim Hochstarten der Gear S3 merkt man wie rasch und flüssig alles vonstatten geht. Dagegen benötigt das deutlich schwerfälligere Android Wear 2.0 in neuester Ausprägung eine halbe Ewigkeit, bis alles rund läuft.

Im Bild: Samsung Gear S3, Watchface mit Darstellung in 3-D Optik

Der 380 mAh-Akku wurde gegenüber dem Vorgängermodell um rund 50% vergrößert und hält jetzt, selbst bei aktivierter Daueranzeige der Uhrzeit, zwei Tage durch. Wird die Daueranzeige deaktiviert, so erhöht sich die Laufzeit um einen weiteren Tag. Und selbst mit permanent aktivierten GPS und WLAN kommen wir locker über den Tag, mit einer Restkapazität von immerhin  > 40% gegen Mitternacht.

Damit positioniert sich die Gear S3 im Wettbewerbsumfeld schon recht gut, wenngleich es beispielsweise der Wettbewerber Garmin in dieser Disziplin noch um eine ganze Klasse besser kann.

Technologie

Die Liebhaber mechanischer Uhren sprechen gerne von Manufakturkalibern und vertikaler Integration im Bereich Forschung, Entwicklung undProduktion und lassen sich das bei den bekannten Premiummarken vom Kunden auch gut bezahlen.

Nun, bei intelligenten Uhren liegt der Sachverhalt nicht viel anders. Auch hier gibt es Hersteller, die,  wie so häufig bei preiswerteren Uhren, vieles zukaufen müssen. Was dort ein Werk von ETA oder Sellita ist, ist hier ein Mikroprozessor von Qualcomm oder Intel. Zu diesem Kreis zählen zumeist die Nutzer von Android Wear. Die Logikbausteine werden überwiegend bei obigen Adressen zugekauft und Google steuert die Software bei. Die Displays kommen ebenfalls von auswärts.

So ist das beispielsweise bei Fossil, Casio und zahlreichen anderen, aber auch den hochpreisigen Produkten von Montblanc oder TAG Heuer. Von der in der Uhrenbranche vielgepriesenen vertikalen Integration also keine Spur, zumal die Fertigung der Elektronikeinheit ohnehin ein auf Mikroelektronik spezialisierter Lohnfertiger übernimmt. Das muss nicht schlecht sein, ist aber dann eben auch nur Durchschnitt, schließlich haben viele andere das auch. Die Unterschiede liegen im Detail, eine klare Differenzierung ist nicht gegeben. Die hohen Endkundenpreise des ein oder anderen Anbieters lassen sich damit weder erklären, noch rechtfertigen!

Völlig anders bei Samsung! Hier kommt das meiste aus eigener Produktion. Das beginnt beim Mikroprozessor: Erstmals in einer Smartwatch wird ein Dual-Core Prozessor (ARM Cortex-A53) in 64-bit Technologie eingesetzt, dieser stammt aus eigener Fertigung. Seine konsequente Abrundung findet der wohlgelungene technologische Cocktail durch das hauseigenen Betriebssystem Tizen.

Das Innenleben der Gear S3 lässt sich mit einem Manufakturkaliber höchster Güte auf eine Stufe stellen. Dazu zählt auch das brillante Display aus eigener Fertigung, welches in dieser Form nicht an Drittkunden geliefert wird, sondern exklusiv für Inhouse Anwendungen vorbehalten bleibt. Und produziert und montiert wird die Gear S3 schließlich von Samsung selbst: Ist also tatsächlich „Made by Samsung“.

Verglichen mit der mechanischen Welt haben wir es mit einem Premiumprodukt der höchsten Integrationsstufe zu tun.

Konnektivität und Kompatibilität

Die Kompatibilität mit Android Smartphones und neuerdings auch iOS ist gut, wenngleich nicht ganz perfekt gelungen. Hinsichtlich der Funktion gibt es sowohl im einen, wie auch im anderen Fall wenig auszusetzen, jedoch fällt der Funktionsumfang i.V. mit dem iPhone etwas geringer aus. So lassen sich Benachrichtigungsfunktionen beispielsweise nicht einzeln auswählen und die Samsung-eigene Gesundheits-App, genannt Samsung Health, wurde, ausgestattet mit geringerem Funktionsumfang als bei Android, vollumfänglich in die iPhone App integriert. Für Nutzer von Android Smartphones wurde stattdessen eine eigenständige App entwickelt, die ganz hervorragend funktioniert und den Nutzer, ähnlich wie die Apple Watch es vermittelt, mit dezenten Hinweisen über den Tag begleitet und tatsächlich zu höherer Aktivität motiviert.

Darüber hinaus sind eine ganze Reihe von Workouts voreingestellt, so dass für die meisten Freizeitsportler, zu denen auch wir uns zählen, alles wichtige dabei ist.

In Verbindung mit einem Smartphone aus dem Hause Samsung soll sich die Kompatibilität, nach Angaben des Herstellers, in einigen Punkten auf einem nochmals höheren Niveau bewegen.

Die Gear S3 ist neben Bluetooth zusätzlich mit einem WLAN-Modul ausgestattet. Damit kann, sollte die Bluetooth-Reichweite nicht ausreichen, über das lokale Netzwerk mit dem Smartphone kommuniziert werden. Auf den Stromverbrauch hat die Aktivierung des WLAN-Moduls bei der Gear S3, anders als bei manchen Android Modellen, erfreulicherweise keinen allzu großen Einfluss.

Im Bild: Die übersichtliche Smartphone App mit vielen Konfigurations- und Einstellmöglichkeiten

Die Bluetooth-Verbindung selbst arbeitet weitgehend stabil und verbindet sich nach Abriss der Verbindung zum Smartphone rasch wieder, sobald die Geräte in Reichweite zueinander kommen. Allerdings ist die Reichweite der Bluetooth-Verbindung selbst nicht die allerbeste. In dieser Disziplin ist die Moto 360 von Lenovo nach wie vor Benchmark.

Funktionalität und Bedienkonzept

Vom Vorgängermodell der Samsung Gear S2, die als kostengünstiges Einsteigermodell nach wie vor angeboten wird, wurde das einzigartige Bedienkonzept – die drehbare digitale Lünette – unverändert übernommen. Da hat selbst Apple mit seiner fummelig zu bedienenden digitalen Krone das Nachsehen. Die griffige Lünette der Gear S3 Frontier lässt sich auch im Outdooreinsatz selbst mit Handschuhen oder feuchten Händen während eines anstrengenden Workout problemlos bedienen.

Der Benutzer navigiert so ganz einfach durch die Menüs und über zwei seitlich angebrachte Tasten springt er jeweils einen Schritt zurück bzw. findet auf Knopfdruck sogleich die Home-Position. Und selbst die Lautstärke eines laufenden Musikstreams lässt sich per Dreh an der Lünette, wie beim guten alten Dampfradio, regulieren.

Das Hin- und Herwischen auf einem leidlich kleinen Display gehört so fast der Vergangenheit an, ist aber dennoch möglich. D.h. diejenigen, die kommend von Apple oder Android Wear, lieber touchen und wischen möchten, können das jederzeit tun; alles kein Problem!

Wir haben beides ausprobiert, je nach Umgebungsbedingung und Zweckmäßigkeit. Leider ist die Touchfunktion gegen versehentliches Berühren nicht verriegelt und somit auch nicht fehlbedienungsicher.

Im Bild: Mittels drehbarer Lünette lässt sich ganz einfach durch die Menüs navigieren

Was macht die Gear S3 jetzt aber besser oder anders als das Vorgängermodell? Nun, die Gear S2 wirkte vor allem in der Classic Variante doch recht zierlich und das Display war entsprechend klein geraten. Trotz hoher Auflösung, war das nicht jedermanns Sache. Und der vergleichsweise schwache Akku tat sein übriges.

Neben dem beim Vorgängermodellmodell bereits vorhandenen Mikrofon, spendierte Samsung zusätzlich einen Lautsprecher, so dass sich mit der Uhr nun auch telefonieren und per Spracheingabe kommunizieren lässt. Das funktioniert erstaunlich gut. Allerdings muss sich dazu das Smartphone in Bluetooth-Reichweite befinden. Aber befindet sich das Phone gerade in der Tasche oder im Rucksack, so kann über die Gear ein eingehendes Gespräch per Dreh an der Lünette angenommen oder auch abgewiesen werden.

Ebenfalls neu sind der GPS-Sensor und ein integrierter NFC-Chip. Mit aktiviertem GPS und heruntergeladenem Kartenmaterial von HERE wird die Fußgängernavigation zum Kinderspiel.

Das GPS sowie die Telefoniefunktion ermöglichen es, per Tastendruck auch einen Notruf abzusetzen. Begleitend wird die aktuelle Position des in Not geratenen Nutzers durchgegeben; eine, wie wir meinen, durchaus sinnvolle Funktion, immer vorausgesetzt, das Smartphone befindet sich in Bluetooth-Reichweite. Ein LTE-Modul ist derzeit nämlich (noch) nicht integriert.

Leider ist Samsung Pay per NFC in Deutschland ebenfalls (noch) nicht verfügbar. Aber irgendwann wird der Tag X kommen und dann können, wie das in vielen anderen Ländern bereits der Fall ist, Zahlungen mit der Gear S3 kontaktlos über die neuen Kassenterminals erfolgen.

Sowohl die Pulsmessung als auch der Schrittzähler arbeiten insgesamt gut, wobei der Pulsmesser hinsichtlich seiner Genauigkeit allerdings noch Potenzial besitzt. Ein paar Ausreißer bei den Meßwerten sind gegenüber unserem Referenzgerät doch zu bemängeln. Im Rahmen eines Trainingsprogramms werden in einstellbaren Intervallen die aktuellen Daten auch akustisch ausgegeben. Dies erfolgt über ein angeschlossenes Bluetooth Headset, über das auch die auf der Gear S3 befindlichen Musiktitel abgespielt werden können. Das Smartphone kann also beim Sport in der Tasche oder der Garderobe bleiben.

Leider, und jetzt kommt der entscheidender Schwachpunkt der Gear S3: Die Wasserdichtigkeit ist nicht ausreichend. Und die Spezifikation nach IP68 ist wenig hilfreich und für den Träger einer Uhr nicht aussagefähig. Fest steht: Wassersport und Schwimmen geht mit der Gear S3 definitiv nicht. Duschen schon eher, aber ein Workout unter der Dusche bringt wohl nicht allzu viel. Als multifunktionale, universell einsetzbare Sportuhr, ist die Gear S3 mithin nicht geeignet. Also auch hier hat Samsung noch entscheidendes Entwicklungspotenzial.

Was uns aus Kundensicht ebenfalls missfällt, ist der After-Sales Support. Die Beantwortung von Kundenanfragen zu allfälligen Konfigurationsproblemen dauert schlichtweg zu lange. So kann die Freude vorschnell beendet werden.

An dieser Stelle haben, von wenigen Ausnahmen abgesehen, die meisten Anbieter von intelligenten Uhren noch einigen Nachholbedarf. Für eine nachhaltige Kundenzufriedenheit ist das unabdingbar!

Stellen wir die Vor- und Nachteile gegenüber:

Pro´s

  • Hochwertige Materialien, sehr gute Verarbeitung
  • Gelungenes, professionelles Design, aus der Feder von Yvan Arpa
  • Problemlose Inbetriebnahme
  • Hohe Funktionssicherheit
  • Mikrofon und Lautsprecher für Sprachein- und ausgabe
  • Auch bei Sonnenlicht hervorragend ablesbares Display mit brillanter Wiedergabe
  • Perfekt arbeitende, automatische Helligkeitsregelung des Displays
  • Detailreiche, fotorealistische Watchfaces
  • Einzigartiges Bedienkonzept mittels drehbarer, digitaler Lünette
  • Schneller 64-bit Prozessor, ausreichend großer Speicher
  • Induktives Laden, keine offenen Kontakte
  • Reichhaltige Ausstattung mit Sensoren: Pulsmesser, GPS, NFC, Barometer
  • Vielfältige Einstellmöglichkeiten, selbst die Intensität des Vibrationsalarms ist variabel
  • Eigener Google-unabhängiger App-Store
  • Eigenes Betriebssystem Tizen
  • Extrem hohe Fertigungstiefe. Alle wichtigen Komponenten sind „Made by Samsung“
  • Mittlerweile sehr gute Kompatibilität mit vielen Android Smartphones
  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis

Cont´s

  • Gehäuse für Damen zu groß
  • Zahl der verfügbaren Apps von Drittanbietern noch ausbaufähig
  • Seitens Samsung keine Metall- oder Keramikarmbänder im Angebot
  • Nur bedingt wasserdicht; zum Schwimmen nicht geeignet
  • Verpackung entspricht nicht ganz der Wertigkeit der Uhr
  • Funktionsumfang i.V. mit iPhones etwas geringer als mit Android-Smartphone
  • Bluetooth-Reichweite nur Durchschnitt
  • Kein integriertes LTE-Modul
  • Anzeigegenauigkeit des Pulsmessers nicht durchweg stabil
  • Schrittzähler mit einer Abweichung von +15%
  • Touchscreen kann gegen unbeabsichtigte Fehlbedienung nicht verriegelt werden
  • After-Sales Service mit zu langer Leadtime

Bewertung mit jeweils 10 möglichen Punkten:

Eigenschaften Samsung Gear S3
Unboxing 7
Verarbeitung und Wertigkeit 9
Design und Tragekomfort 9
Inbetriebnahme 10
Connectivity und Kompatibilität 8*
Funktionalität und Bedienoberfläche 10*
Fitnessfunktionen und Wasserdichtigkeit 8
Display und Anzeigen 10
Funktionalität der Smartphone-App 9*
Akkulaufzeit 7
Imagefaktor und Emotionaler Aspekt 8
Preis-/Leistung 9
After Sales und Kundensupport 6
Ergebnis 8,46*

* Bewertung gilt nur i.V. mit Android-Smartphones

 

Im Bild: Samsung Gear S3 mit einem hochwertigen Keramikarmband aus dem Zubehörhandel

Fassen wir zusammen

Bei der neuen Gear S3 hat Samsung fast alles richtig gemacht. Sehr wohl gibt es Dinge, die noch verbessert werden können, sei es die mangelnde Wasserdichtigkeit, die die Nutzung beim Wassersport verbietet, sei es die zwar schon gute, aber noch ausbaufähige Akku-Laufzeit, oder der als verbesserungswürdig einzustufende After-Sales Service für den Kunden.

Dennoch, die Samsung Gear S3 ist einer der Favoriten unter den aktuell verfügbaren Smartwatches. Sie punktet mit einem stimmigen Gesamtkonzept und zahlreichen wohl durchdachten Details. Das einzigartige Bedienkonzept mit der griffgünstigen, drehbaren Lünette deklassiert die mit Google´s Android Wear arbeitende Konkurrenz geradezu. In diesem Punkt kann gerade Apple noch mithalten.

Das Samsung eigene Betriebssystem Tizen ist aber Fluch und Segen zugleich. Die Vorteile haben wir beleuchtet, dennoch gibt es auch Nachteile, wie den eigenen App-Store, der kontinuierlich weiter ausgebaut und mit zusätzlichen Inhalten versehen werden muss. Insbesondere Apps von Drittanbietern lassen noch auf sich warten. Ein eigener Mail-Client oder auch Whatsapp mit Spracheingabe wären wünschenswert und nützlich.

Die Gear S3 ist aber bereits heute ein echter Allrounder, der nicht nur schick aussieht und sich angenehm trägt, die Gear S3 leistet sich nur wenige Schwächen und ist ein angenehmer und überwiegend nützlicher Begleiter durch den Alltag. Die Uhr wurde von Praktikern für Praktiker entwickelt.

Last but not Least ist das Preis-/Leistungsverhältnis im Vergleich zum Wettbewerb derzeit unerreicht. Für faires Geld bekommt der Kunde ein Produkt, das nicht nur mit Technologie vom Feinsten aufwartet, sondern angefangen vom Mikroprozessor, über das erstklassige Display bis zur hauseigenen Software konsequent „Made by Samsung“ ist.

Für Einsteiger in die Welt der hochwertigen Smartwatches hat Samsung das Vorgängermodell Gear S2 im Programm belassen, die Software auf ein nahezu identisches Niveau weiterentwickelt, den Preis aber deutlich nach unten korrigiert.

Dass Samsung, mit der Gear S3 als neuem Zugpferd, den Verkauf gegenüber dem Vorjahr um satte 90% steigern konnte, überrascht damit kaum noch.

Auf dem deutschen Markt zählt Samsung damit bereits zu den erfolgreichen Anbietern von intelligenten Uhren. Mit einer konsequenten Weiterentwicklung und Optimierung der beschriebenen Schwachstellen sollte sich ein stabiler und nachhaltiger Erfolg einstellen.

Der Autor

Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

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