ISPO 2018: Die Digitalisierung greift auch beim Sport um sich

Die ISPO in München als weltgrößte Sportmesse ist Gradmesser und Trendsetter zugleich. Einerseits sind es die Produktneuheiten und andererseits die Besucher, die die neuen Trends aufspüren und in die Welt hinaustragen.

So konnte die ISPO 2018 mit 2.800 Ausstellern, untergebracht in 16 Hallen und insgesamt 84.000 Besuchern aus 120 Ländern, an nur 4 Tagen einmal mehr eindrucksvolle Ergebnisse abliefern.

Wir waren vor Ort und haben Ausschau gehalten nach neuen, intelligenten Produkten, die jetzt auch im Sport vermehrt anzutreffen sind, aber letztlich auch, um Vergleiche mit anderen Messen zu ziehen.

Die Messelaune lässt bekanntlich vielerorts nach. Die Automobil- und Luxusgüterindustrie kämpft sehenden Auges mit schwindendem Interesse seitens Aussteller, aber auch Besucher.

Ein Luxus-Skateboard, gefertigt aus Holz in reiner Handarbeit; ein Manufaktur-Board sozusagen

Nicht so bei der ISPO 2018. Die Freizeit- und Sportindustrie kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall

So stellten wir uns die Frage:

  • Wie präsentieren sich Hersteller hier und dort?
  • Wie ist die Stimmung bei Ausstellern und Publikum?
  • Welche Produkttrends zeichnen sich ab?

Die Stimmung bei Ausstellern wie Besuchern war gut bis sehr gut. Schon die Tatsache, dass die Messe zu einem Großteil von jungen Leuten gestaltet und besucht wird, zeigt von ihrer Dynamik und Zukunftsorientierung.

Der coole Messestand von EA7 Emporio Armani

In der Sport- und Freizeitbranche wird auch weniger die Tradition und die Heritage bemüht, um das Kundeninteresse zu wecken, sondern vielmehr die Welt von morgen präsentiert.

Das schließt auch immer wiederkehrende Überraschungsmomente mit ein, wo entweder Aussteller anzutreffen sind, die auf der ISPO zunächst gar nicht vermutet werden, oder aber plötzlich mit Produkten aufwarten, die von deren Seite so nicht erwartet worden wären.

Da kommt beispielsweise der schwedische Automobilhersteller Volvo mit einem Messestand auf die ISPO und präsentiert der jungen outdoor-orientierten Kundschaft, wie Freizeitaktivitäten mit der richtigen Art der Fortbewegung, in einem zeitgemäß und adäquat konfigurierten Automobil eine perfekte Synthese bilden.

Volvo stellt sich als die junge dynamische Marke vor, die Fahrzeuge mit enorm hohem Nutz- und Freizeitwert anbietet.

Oder ein anderer Automobilhersteller, LandRover.

Aber nicht, wie vielleicht zu erwarten wäre, mit der neuesten automobilen Kreation, sondern mit einem völlig anders gearteten Outdoor tauglichen Produkt, einem multifunktionalen Smartphone, dem neuen LandRover Explore, welches nicht nur klassisches Smartphone ist, sondern neben seiner Robustheit auch die perfekte Orientierung mittels View Ranger Navigation im Gelände garantiert.

Aber auch die bekannten und etablierten Hersteller betreten neue Wege und bewegen sich dabei jenseits ihrer bekannten Pfade.

Da ist Lego mit pfiffiger Funktionskleidung für Kinder, oder Abus, der Hersteller von Sicherheitstechnik rund ums Haus, bietet Sicherheit in Form von Helmen für Fahrradfahrer an.

Und dann jetzt wird es richtig digital.

Adidas kam in diesem Jahr nach längerer Pause zurück auf die ISPO und setzte mit innovativen Zukunftsthemen ein unübersehbares Signal.

Individuell an den Fuß des Läufers angepasste Sohlen aus dem 3D-Drucker

 

Und so sieht der fertige Maßschuh mit Sohle aus dem 3D-Druck aus

Ob es die neuen individualisierten Laufschuhe aus der adidas Speedfactory sind oder das virtuelle Shoppingerlebnis mittels Virtual Reality, bei adidias hat die Zukunft längst begonnen.

Auf Shopping Tour mit der VR-Brille auf dem Messestand von adidas

Der Slogan, „Are you Ready for the Future?“ ist in diesem Zusammenhang ein klares Statement.

Und was tut sich bei den Produkten selbst?

Diese werden immer intelligenter und smarter. Selbst vor Skiern macht die Digitalisierung nicht halt.

Smarter Ski von Elan, ausgerüstet mit aufwendiger Sensorik zur Erfassung wichtiger Parameter

Der auf dem Messestand von Elan präsentierte Smart-Ski erlaubt die Fahrdaten exakt aufzuzeichnen und auszuwerten. So erhält der Skiläufer das bestmögliche Feedback und kann seinen Fahrstil und seine Performance optimieren.

Selbstredend war auch zahlreich Prominenz anwesend.

Ob Pierre Ammann aus der Schweiz, der als Kampfsportler im Shotokan Karate eine internationale Grösse ist . Er ist Inhaber eines erfolgreichen Fitnessclubs und steht mit seiner Initiative „Kick Power“ dem Nachwuchs als Coach und Trainer zur Verfügung.

Oder Henry Maske, der den Beinamen „Der Gentlemen Boxer“ trägt. Maske war Boxweltmeister im Halbschwergewicht von 1993 bis 1996 und gehört zu den international erfolgreichsten und populärsten Sportlern Deutschlands. Heute arbeitet er als Unternehmer und Motivations-Experte.

Ein wichtiger und aufstrebender Sektor auf der Messe ist Health & Fitness und hier spielen die Wearables eine immer wichtigere Rolle.

Nicht nur in Form jener bekannter Wearbles, die der Sportler am Handgelenk trägt, sondern zunehmend auch smarte Kleidung in Form von Textilien oder Schuhen. Hier steckt noch ein ungeahntes Potenzial. Aber auch Augmented Reality oder Head-Up Displays sind die Themen von morgen.

Bereits gelebte und etablierte Technologie sind die smarten Sportuhren von Garmin oder Samsung.

Gerade Garmin hat in den letzten Jahren enormes geleistet und ein Produktportfolio aufgespannt, welches für nahezu jeden Anwendungsfall und jedes Bedürfnis das richtige Produkt bietet. Entsprechend gut war der Messestand auch frequentiert.

Garmin Forerunner 645 music

Als Highlight der Messe wurden die neue Garmin Forerunner 645 mit integriertem Music-Player als auch der neue Tauchcomputer von Garmin, der Descent Mk1, präsentiert.

Garmin Tauchcomputer Descent Mk1

Diese außergewöhnliche Uhr ist der erste Tauchcomputer aus dem Hause Garmin und bietet ein weites Spektrum an Funktionen für einen sicheren Ausflug in die Tiefe. Im robusten Gehäuse stecken ein GPS-Sensor, Profile für verschiedene Taucharten, ein integrierter Tauch-Kalender und vieles mehr.

Garmin Descent Mk1

Die Benutzeroberfläche wurde speziell für die Nutzung unter Wasser konzipiert. Aufbauend auf der Software der seit Jahren erfolgreichen Multisport-Smartwatch Serie Fenix 5, ist das Wearable zusätzlich mit diversen Sportfunktionen und Connected Features ausgestattet und damit auch für den Sport an Land sowie den Alltag gut gerüstet.

Samsung präsentierte die erfolgreiche Samsung Gear Sport einem interessierten Publikum und lobte auf der Messe zudem eine Step-Challenge aus. Die Teilnehmer erhielten von Samsung eine Gear Sport als Testgerät und konnten den Messetag über ihre zurückgelegten Schritte verfolgen. Am Abend wurden die Daten der Teilnehmer ausgelesen und ausgewertet.

Das Ergebnis der Samsung Step-Challenge nach einem langen Messetag, abgelesen auf der neuen Samsung Gear Sport: 19.580 Schritte

Samsung hat mit dem jüngst ausgerollten Softwareupdate auf die Version Tizen 3.0 die erfolgreiche Gear Serie funktional abermals aufgewertet sowie die zugehörige Health-App in einer sehr professionellen Form weiterentwickelt, so dass die Uhr ihren Träger über den Tag hinweg sehr geschickt zu mehr sportlicher Aktivität animiert.

Samsung gilt damit als einer der wenigen, wirklich ernsthaften Konkurrenten zur Apple Watch.

Selbst die E-Mobility brachte sich auf der ISPO in Position.

Nicht nur moderne, elektrisch betriebene Scooter oder Skateboards waren zu bestaunen und konnten ausprobiert werden, sondern das Schweizer Start-Up „Micro“ präsentierte den Microlino, einem der BMW Isetta nachempfundenen, elektrisch angetriebenen Kleinstwagen für die Stadt.

Das überwiegend junge Publikum nahm die Neuheiten interessiert bis begeistert auf und so konnte die Branche, die den Sport zum Thema hat, auch die damit verbundenen Randbereiche adressieren und dem Besucher ein fesselndes 360 Grad Programm bieten.

Was macht die Sport- und Freizeitindustrie anders?

Die Sport- und Freizeitindustrie versteht es auf charmante und fesselnde Art zugleich, Tradition und Moderne zu verbinden und von der Vergangenheit eine glaubwürdige Brücke in die digitale Zukunft zu schlagen. Was der Automobilindustrie bislang punktuell gelang, der Uhrenindustrie hingegen mißlang, ist dort gelebte Praxis.

Oben der Schuh aus dem 3D-Drucker, hier die traditionelle handgefertigte Variante: Beides wird nachgefragt!

Zugleich vermitteln die Aussteller auf der ISPO das gute Gefühl, für das investierte Geld neben einem attraktiven und/oder innovativen Produkt auch stets etwas für die Gesundheit und damit das persönliche Wohlbefinden zu tun. Was will man/frau mehr? Chapeau, so sieht Zukunft aus!

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