Im Praxistest: Samsung Gear Sport

Die uns zur Verfügung gestellte Gear Sport von Samsung wurde im Rahmen der IFA 2017 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und bereits kurze Zeit später ausgeliefert.

Samsung blickt bei smarten Uhren auf Modelle wie die Gear S2 oder die erfolgreiche Gear S3 zurück, welche wir ebenfalls einem Test unterziehen konnten.

Im Bild: Samsung Gear Sport

Die Samsung Gear Sport, wie auch die Gear S3, kamen unlängst in den Genuß eines umfangreichen Software-Updates. Dass Samsung das hauseigene Betriebssystem Tizen nun bereits in einer 3. Generation ausrollt zeigt, dass der koreanische Hersteller das Thema Smartwatch weiter intensiv vorantreibt und auch existierende Produkte mit Updates aktuell hält.

Insbesondere die einzigartige Bedienerführung über die drehbare Lünette stellt nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal der smarten Uhren von Samsung dar.

Worin unterscheidet sich nun aber die Gear Sport von der Gear S3?

Ist die Gear S3 mehr als ständiger Begleiter für den Büroalltag konzipiert, worauf auch die Sprachein- und Ausgabe per integriertem Mikrofon und Lautsprecher hinweisen, musste der Lautsprecher bei der Gear Sport zugunsten einer Wasserdichtigkeit von 5atm (=50m Wassertiefe) entfallen.

Im Bild: Zum Vergleich die wuchtigere Samsung Gear S3

Die Gear Sport zielt damit, wie der Name schon sagt, mehr auf jene Kunden ab, die die Uhr vorrangig für sportliche Aktivitäten nutzen möchten und an dieser Stelle ist die unbedingte Wasserdichtigkeit höher zu bewerten als die Möglichkeit, Telefonate über ein via Bluetooth gekoppeltes Smartphone führen zu können.

Die Wasserdichtigkeit erweitert die Einsatzmöglichkeiten der Uhr am oder im Wasser ganz erheblich, wobei Samsung aber einschränkend vorgibt, dass die Spezifikation von 5atm zwar für Schwimmen ausreichend ist, nicht jedoch für extensiveren Wassersport mit hohen Druckbelastungen, oder gar Tauchen.

Verarbeitung und Wertigkeit:

Wir beschaffen das neueste Modell, eine Samsung Gear Sport, und machen uns ans Auspacken. Die Verpackung entspricht weitgehend dem von der Gear S3 her bekannten Standard und ist nicht ganz so hochwertig und ansprechend, wie bei einer traditionellen Uhr eines Premiumherstellers, dennoch bekommt der Kunde ein gutes Gefühl, wenn er die Verpackung öffnet und seine neue Errungenschaft entnimmt.

Im Bild: Samsung Gear Sport beim Unboxing
Im Bild: Samsung Gear Sport mit Zubehör. Dazu zählen ein induktives Ladegerät, wie auch ein kürzeres Armband für schmale Handgelenke

Haptik und Verarbeitung der Gear Sport sind ohne Fehl und Tadel und entsprechen dem geforderten Preis (UVP) von EUR 349.- Der aktuelle Straßenpreis bei einigen Elektronik-Discountern bewegt sich bereits bei EUR 249.- und markiert damit ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis. Das aus Edelstahl 316L gefertigte Gehäuse ist wahlweise mit schwarzer oder blauer PVD-Beschichtung erhältlich. Die drehbare Lünette ist mit hoher Präzision gearbeitet und lässt sich spielfrei betätigen. Die leichte Rastung arbeitet angenehm weich und vermittelt das Gefühl hoher Wertigkeit.; jedoch ist die Lünette weniger griffig gestaltet als jene bei der Gear S3.

Identisch mit der Gear S3 ist hingegen die induktive Ladestation, so dass an der Uhr keine elektrischen Kontakte nach außen geführt werden, ein Merkmal, bei dem zahlreiche Wettbewerber an der falschen Stelle sparen, selbst im Hochpreissegment.

Im Bild: Samsung Gear Sport in seitlicher Ansicht mit zwei Tasten für „Zurück“ und „Home“ bzw. zum Aufrufen der obersten Menüebene

 

Design und Tragekomfort

Entstand das Design der Gear S3 in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Stardesigner Yvan Arpa mit der Zielsetzung, das Design so nahe wie möglich an eine hochwertige traditionelle Uhr heranzuführen, so lag der Schwerpunkt bei der Gear Sport wohl mehr in der Funktion, denn im Design. Zumindest wird seitens Samsung das Design der Gear Sport nicht mit einem bekannten Namen in Verbindung gebracht.

Im Bild: Die Samsung Gear Sport trägt sich angenehm

Dennoch passt das Outfit der Gear Sport. Sie fällt etwas zierlicher aus wie die S3, was dem Einsatz an einem Damenhandgelenk zugute kommt.

Im Bild: Die Samsung Gear Sport passt sich auch einem zierlichen Handgelenk an

Und speziell die blaue Variante wirkt denn auch durchaus ansprechend und sogar etwas modisch. Durch das ebenfalls blaue Armband aus Silikon wird der sportliche Touch unterstrichen.

Im Bild: Samsung Gear Sport in der blauen Version

Die schwarze Variante ist dann eher für die männlichen Nutzer zu empfehlen. Diese Ausführung wirkt eine Spur maskuliner, wobei die Gear S3 Frontier schon aufgrund ihrer Größe am größeren Handgelenk noch eine Stufe stimmiger wirkt. Insofern wäre zu überlegen, die Gear Sport in zwei Gehäusegrößen anzubieten, eine für die Damen und eine etwas größere Variante für die Herren.

 

Display

Mit einer Diagonale von 1,2 Zoll ist das kreisrunde Display in neuester AMOLED Technologie geringfügig kleiner als jenes der Gear S3 mit 1,3 Zoll, bietet aber die identische Auflösung von 360 x 360p, was völlig ausreichend ist. Auch das Display der Gear Sport überzeugt durch hohe Brillanz und eine gut funktionierende automatische Anpassung der Helligkeit an die Umgebungsbedingungen, wobei der Platzhirsch in dieser Disziplin überraschenderweise die neue Fitbit Ionic ist.

Im Bild: Brillantes und hoch auflösendes Display in AMOLED-Technologie

Sind bei der Gear S3 die zahlreich angebotenen z.T. sehr fotorealistischen Watchfaces das Thema und wird diese deshalb zumeist auch im Allways-On Modus betrieben, kommt dieser Wunsch bei der Gear Sport weniger auf. Die Gear Sport ist primär Arbeitsgerät und Anzeigeinstrument und so wählt der Träger dann zumeist ein Watchface aus, welches primär den aktuellen Aktivitätsstatus zum Inhalt hat und das Display nur aktiv geschaltet wird, wenn der Nutzer den Arm hebt und darauf blickt.

Das kennen wir doch irgendwo her: Richtig, die Apple Watch lässt grüßen. Auch dort ist das Display die meiste Zeit dunkel geschaltet und nur zum Ablesen wird es kurzzeitig aktiviert.

Da liegen die Schwerpunkte bei der Gear S3 völlig anders. Die Gear S3 sieht im Allways-On Modus stets wie eine traditionelle Uhr aus. Und das funktioniert dort selbst im Sparmodus. Lediglich Helligkeit und Kontrast werden aus Gründen des Energiehaushalts dann etwas reduziert. Dieser Always-On Ehrgeiz kommt bei der Gear Sport erst gar nicht auf, wenngleich die Einstellmöglichkeit im Grundsatz auch hier vorhanden ist.

 

Inbetriebnahme und Akkulaufzeit

Die Hardware der Gear Sport orientiert sich weitgehend an der Gear S3, d.h.

  • Arbeitsspeicher mit 768 Megabyte
  • Dual-Core-CPU mit 1 GHz
  • Akku mit 300 mAh fällt etwas kleiner aus als bei der S3 (380mAh)
  • Leicht wechselbares Standard Armband mit Stegbreite 20mm (statt 22mm)
  • Gehäusedurchmesser 43 mm (statt 45mm)

Bereits beim Hochstarten der Gear Sport merkt man, wie rasch und flüssig alles läuft. Das Betriebssystem Tizen und die Hardware harmonieren perfekt miteinander.

Der 300 mAh-Akku ist gegenüber der Gear S3 zwar etwas kleiner (380 mAh), hält aber bei normaler Nutzung dennoch 2 – 3 Tage problemlos durch. Und selbst mit permanent aktivierten GPS und WLAN kommen wir locker über den Tag, mit einer Restkapazität von mehr als 40% gegen Mitternacht.

Im Bild: Über die Companion-App abrufbare Informationen über die Gear, so z.B. der Ladezustand und die verbleibende Akkulaufzeit

Damit positioniert sich die Gear Sport im Wettbewerbsumfeld schon recht gut, wenngleich es Wettbewerber wie beispielsweise Garmin mit der Fenix-Serie (6-8 Tage) oder Fitbit mit der neuen Ionic (5 Tage) in dieser Disziplin noch um eine Klasse besser können.

Technologie

Samsung ist ein vertikal aufgestellter Fullsortimenter, der nicht nur in der Lage ist, nahezu alles herzustellen, was immer man sich vorstellen mag, nein Samsung ist auch in der Lage, alle wichtigen Schlüsseltechnologien im eigenen Konzern abzubilden. So kommt auch bei der Gear Sport vieles aus eigener Produktion. Das beginnt beim Mikroprozessor: Hier wird ein hauseigener Dual-Core Prozessor (ARM Cortex-A53) in 64-bit Technologie eingesetzt, und geht bis hin zum brillanten Display. Seine konsequente Abrundung findet der wohlgelungene technische Cocktail durch das hauseigene Betriebssystem Tizen.

Produziert und montiert wird die Gear Sport schließlich von Samsung selbst: Ist also tatsächlich „Made by Samsung“.

 

Konnektivität und Kompatibilität

Die Kompatibilität mit Android Smartphones ist durchweg gut, i.V. mit dem iPhone hapert es allerdings. Hinsichtlich der Funktion als solches gibt es, bis auf eine nicht ganz stabile Bluetooth-Verbindung i.V. mit dem iPhone, zwar wenig auszusetzen, jedoch fällt der Funktionsumfang im Betrieb mit dem iPhone deutlich geringer aus.

So lassen sich Benachrichtigungen nicht einzeln auswählen und die Samsung-eigene Gesundheits-App Samsung Health, wurde – ausgestattet mit geringerem Funktionsumfang als bei Android – vollumfänglich in die iPhone App integriert.

Für Nutzer von Android Smartphones wurde stattdessen eine eigenständige App entwickelt, die ganz hervorragend funktioniert und den Nutzer – ähnlich wie die Apple Watch – mit dezenten Hinweisen über den Tag begleitet und tatsächlich zu höherer Aktivität motiviert.

Darüber hinaus sind zahlreiche Workouts für Indoor- und Outdoorsportarten voreingestellt, so dass für die meisten Freizeitsportler, zu denen auch wir uns zählen, alles Wichtige dabei ist. Da müssen selbst Apple und erstaunlicherweise auch Fitbit deutlich zurückstecken.

Die Gear Sport ist neben Bluetooth zusätzlich mit einem WLAN-Modul ausgestattet. Damit kann, sollte die Bluetooth-Reichweite nicht ausreichen, über das lokale Netzwerk mit dem Smartphone kommuniziert werden. Auf den Stromverbrauch hat die Aktivierung des WLAN-Moduls bei der Gear Sport, anders als bei manchen Android Wear Modellen, erfreulicherweise keinen nennenswerten Einfluss.

Die Bluetooth-Verbindung selbst arbeitet weitgehend stabil und verbindet sich nach Abriss der Verbindung zum Smartphone rasch wieder, sobald die Geräte in Reichweite zueinander kommen (nicht so beim iPhone!).

Die Reichweite der Bluetooth-Verbindung selbst ist leider nicht die allerbeste. In dieser Disziplin ist die nicht mehr produzierte Moto 360 von Lenovo nach wie vor Benchmark.

Funktionalität und Bedienkonzept

Vom Vorgängermodell, der Samsung Gear S2 Sport wurde das einzigartige Bedienkonzept – die drehbare digitale Lünette – unverändert übernommen. Da hat selbst Apple mit seiner fummelig zu bedienenden digitalen Krone das Nachsehen. Allerdings fühlt sich die glatte Oberfläche der Lünette bei der Gear Sport längst nicht so griffig an, wie die mit einer griffigeren Verzahnung  versehene Variante der Gear S3.

Im Bild: Die Samsung Gear Sport mit drehbarer Lünette zur vereinfachten Menüführung

Der Benutzer navigiert zielsicher durch die Menüs und über zwei seitlich angebrachte Tasten springt er jeweils einen Schritt zurück bzw. findet auf Knopfdruck sogleich die Home-Position. Und selbst die Lautstärke eines laufenden Musikstreams lässt sich per Dreh an der Lünette, wie beim guten alten Dampfradio, regulieren.

Im Bild: Mittels drehbarer Lünette lässt sich ganz einfach durch die Menüs navigieren

Das Hin- und Herwischen auf einem leidlich kleinen Display gehört so fast der Vergangenheit an, ist aber dennoch möglich. D.h. diejenigen, die – wie bei Apple oder Android Wear – lieber touchen und wischen möchten, können das jederzeit tun; alles kein Problem!

Wir haben beides ausprobiert, je nach Umgebungsbedingung und Zweckmäßigkeit. Die Touchfunktion ist allerdings gegen versehentliches Berühren nicht verriegelt und somit nicht 100% fehlbedienungsicher. Sehr wohl hat Samsung in der neuen Softwareversion nun aber die Möglichkeit integriert, die Uhr gegen auftreffendes Wasser zu verriegeln, was beim Sport im Wasser, oder auch unter der Dusche sehr nützlich ist.

Wie bei der Gear S3 verfügt die Gear Sport über einen GPS-Sensor sowie einen integrierter NFC-Chip. Damit wäre kontaktloses Bezahlen möglich. Leider hat es Samsung bislang nicht geschafft, Samsung Pay in Deutschland auszurollen. So kann der Käufer der Gear Sport diese Funktion bis auf Weiteres nicht nutzen.

Im Bild: Die Gear Sport ist für kontaktloses Bezahlen mittels Samsung Pay vorbereitet; in Deutschland ist die Funktion jedoch bis auf Weiteres nicht verfügbar

Die Ortung arbeitet zusätzlich zu GPS über Glonass und kommt so auch in Positionen mit schwierigem Empfang recht zügig in Gang. Was leider hin und wieder vorkommt – und diesen Effekt kennen wir bereits von der Gear S3 sowie vom Fitnessband Gear Fit 2 pro – dass das einmal gestartete GPS-Tracking unvermittelt die Routenaufzeichnung einstellt. D.h. das Workout ist noch in vollem Gang und dennoch bricht die GPS-Ortung aus unbekannten Gründen ab. Das ist unschön und ärgerlich zugleich, fehlt doch in der späteren Streckenauswertung dann der entsprechende Streckenabschnitt.

Sollte, aus welchen Gründen auch immer – Gebäude, Tunnel, Bäume – das GPS-Signal vorübergehend aussetzen, so darf das unter keinen Umständen zu einem Abschalten der Ortung führen. An dieser Stelle muss Samsung also unbedingt nachbessern.

Im Bild: Aufzeichnung und Darstellung der zurückgelegten Strecke über Samsung Health

Was gegenüber der Apple Watch Series 3 fehlt, ist ein integriertes LTE-Modul, wozu dann wieder der Lautsprecher zur Sprachausgabe nötig wäre. Für den vergleichsweise günstigen Straßenpreis ist das aber kein wirklicher Nachteil, sondern vielmehr eine Option für die Zukunft.

Sowohl die Pulsmessung als auch der Schrittzähler arbeiten insgesamt zufriedenstellend, wobei der Pulsmesser hinsichtlich seiner Genauigkeit allerdings noch Potenzial besitzt. Einige Ausreißer bei den Messwerten sind gegenüber unserem Referenzgerät zu bemängeln.

Im Bild: Die Erfassung der zurückgelegten Schritte erfolgt zuverlässig, jedoch mit einer Voreilung gegenüber unserem Referenzgerät von etwa +15%

Im Rahmen eines Workouts werden in einstellbaren Intervallen die aktuellen Daten auch akustisch über das Headset ausgegeben was sehr praktisch ist. Musik lässt sich per Streaming über Spotify sogar offline abhören; die hierfür erforderliche App ist im Samsung-App-Store hinterlegt, oder es wird Musik direkt vom Smartphone per Bluetooth auf die Uhr übertragen, was zwar komfortabel funktioniert, wegen der langsamen Datenrate von Bluetooth, jedoch zeitaufwendig ist. In jedem Fall kann das Smartphone kann beim Training im Fitnessstudio bedenkenlos in der Kabine bleiben.

Was wir im Vergleich zu Garmin und Fitbit jedoch vermissen, ist die Möglichkeit, die per Samsung Health aufgenommenen Daten am PC bzw. Tablet betrachten und auswerten zu können. Insbesondere wenn Daten – auch auszugsweise – an Dritte exportiert werden sollen, ist eine Ausgabe am PC unerlässlich; die alleinige Darstellung auf dem Smartphone ist nicht ausreichend. Hier sollte Samsung zügig nachlegen.

Stellen wir die Vor- und Nachteile gegenüber:

Pro´s

  • Hochwertige Materialien, sehr gute Verarbeitung
  • Sportliches Design, guter Tragekomfort, auch am schmalen Handgelenk
  • Problemlose Inbetriebnahme
  • Hohe Funktionssicherheit, keine Systemabstürze
  • Auch bei Sonnenlicht hervorragend ablesbares Display mit brillanter Wiedergabe
  • Automatische Helligkeitsregelung des Displays
  • Einzigartiges Bedienkonzept mittels drehbarer, digitaler Lünette
  • Zahlreiche voreingestellte Workouts für Indoor- und Outdooraktivitäten
  • Schneller 64-bit Prozessor, ausreichend großer Speicher
  • Induktives Laden, keine offenen Kontakte
  • Reichhaltige Ausstattung mit Sensoren: Pulsmesser, GPS, NFC, Barometer
  • Vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten, selbst die Intensität des Vibrationsalarms ist variabel
  • Eigener Google-unabhängiger App-Store
  • Eigenes Betriebssystem Tizen
  • Mittlerweile sehr gute Kompatibilität mit vielen Android Smartphones
  • Gute und übersichtliche Samsung Health App zur Erfassung und Auswertung der Aktivitäten
  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis (gemessen am aktuellen Straßenpreis EUR 249.-)

Cont´s

  • Zahl der verfügbaren Apps von Drittanbietern noch ausbaufähig
  • Funktionsumfang i.V. mit iPhone spürbar geringer als mit Android-Smartphone
  • Bluetooth-Verbindung i.V. mit iPhone nicht immer stabil
  • Bluetooth-Reichweite nur Durchschnitt
  • Keine Kompassfunktion
  • Wasserdichtigkeit nur bis 5atm, damit zum Tauchen und für extremere Wassersportarten nicht geeignet
  • Kein (auch nicht wahlweise) integriertes LTE-Modul
  • Anzeigegenauigkeit des Pulsmessers optimierungsfähig
  • Schrittzähler mit einer Abweichung von +15%
  • GPS-Tracking nicht 100% zuverlässig. Es kommt gelegentlich zu Signalabrissen.
  • Derzeit keine Auswertung der aufgenommenen Daten abseits des Smartphones auf anderen Ausgabegeräten, wie Tablet oder PC möglich

Bewertung mit je 10 möglichen Punkten:

Eigenschaften Samsung Gear Sport
Unboxing 7
Verarbeitung und Wertigkeit 9
Design und Tragekomfort 8
Inbetriebnahme 10
Connectivity und Kompatibilität 8*
Funktionalität und Bedienoberfläche 9*
Fitnessfunktionen und Wasserdichtigkeit 9
Display und Anzeigen 10
Funktionalität der Smartphone-App 9*
Akkulaufzeit 8
Imagefaktor und Emotionaler Aspekt 7
Preis-/Leistung 10
After Sales und Kundensupport 5
Ergebnis 8,46*

* Bewertung gilt nur i.V. mit Android-Smartphones

Fassen wir zusammen

Bei der neuen Gear Sport hat Samsung nahezu alles richtig gemacht. Sehr wohl gibt es Dinge, die noch verbessert werden können, sei es die Wasserdichtigkeit, die für Tauchen und harten Wassersport noch zu gering ist, oder die Akkulaufzeit. Den Maßstab in beiden Disziplinen gibt derzeit Garmin vor – wasserdicht bis 10 atm und Laufzeit 5 -7 Tage.

Auch das nicht immer ganz zuverlässig arbeitende GPS-Tracking bedarf noch der Nachbesserung. Dass die NFC-Funktion für kontaktloses Bezahlen in Deutschland (noch) nicht funktioniert, ist nicht nur ein Problem von Samsung. Auch Apple, Garmin und Fitbit kommen hier offensichtlich nicht voran.

Dennoch, die Samsung Gear Sport ist unter den derzeit verfügbaren Smartwatches einer der ganz klaren Favoriten und braucht sich hinter Apple, Garmin und Fitbit nicht zu verstecken. Sie punktet mit einem stimmigen Gesamtkonzept und zahlreichen, wohl durchdachten Details. Das einzigartige Bedienkonzept mit der griffgünstigen, drehbaren Lünette deklassiert die mit Google´s Android Wear arbeitende Konkurrenz. In diesem Punkt kann gerade Apple noch mithalten. Und auch Fitbit und Garmin tun sich hinsichtlich intuitiver Bedienung deutlich schwerer.

Samsung Gear Sport auf der induktiven Ladeschale

Das Samsung eigene Betriebssystem Tizen ist aber Fluch und Segen zugleich. Die Vorteile haben wir beleuchtet, dennoch gibt es auch Nachteile, wie den eigenen App-Store, der kontinuierlich weiter ausgebaut und mit zusätzlichen Inhalten versehen werden muss. Insbesondere Apps von Drittanbietern lassen noch auf sich warten. Auch mit der Kompatibilität zu iPhones ist es nach wie vor nicht zum Besten bestellt. Etliche Funktionen arbeiten in dieser Kombination nur eingeschränkt. Für iPhone Nutzer raten wir deshalb eher zur Apple Watch.

Leider lassen sich die per Samsung Health auf dem Smartphone zur Auswertung gesammelten und bereitstehenden Fitnessdaten nicht auf einem externen Ausgabegerät wie Tablet oder PC betrachten und weiterverarbeiten. In dieser Disziplin setzen Fitbit und Garmin den Maßstab.

Last but not Least ist – gemessen am Straßenpreis – das Preis-/Leistungsverhältnis im Vergleich zum Wettbewerb unerreicht. Für faires Geld bekommt der Kunde ein Produkt, das nicht nur mit Technologie vom Feinsten aufwartet, sondern angefangen vom Mikroprozessor, über das erstklassige Display bis zur hauseigenen Software konsequent „Made by Samsung“ ist.

Zusammen mit der Gear S3 sowie dem Sportarmband Gear Fit 2 pro hält Samsung ein stimmiges und zugleich übersichtliches Produktportfolio bereit. Mit einer konsequenten Weiterentwicklung und Optimierung der beschriebenen Einzelpunkte zählt die Samsung Gear Sport und ihre Schwestermodelle mit zum Besten, was es derzeit auf dem Markt gibt; für die Android-Community kann daher die uneingeschränkte Empfehlung ausgesprochen werden.

 

Der Autor

Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist freier Journalist und Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und neue Technologien.

 

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