Fitbit hat Q4/2017 erneut mit einem Verlust abgeschlossen

Fitbit möchte den Produktmix weiter in Richtung Smartwatches verschieben

Bei einem Umsatz von 570,8 Millionen US-Dollar und einem Nettoverlust von 45,5 Millionen US-Dollar in Q4/2017 verfehlte Fitbit erneut die Erwartungen. Die erhoffte Kehrtwende blieb bislang aus.

Insofern ist nur schwer zu übersehen, dass Fitbit weiterhin zu kämpfen hat. Insbesondere konnte die Firma, trotz der vom Markt an sich zunächst positiv aufgenommenen Fitbit Ionic Smartwatch im Jahr 2017 nur 15,3 Millionen Wearables verkaufen. Diese überschaubare Leistung entspricht einem Rückgang von etwa 32% im Jahresvergleich. Das tut weh.

Das Management hat die Verkäufe der Fitibit Ionic nicht separat ausgewiesen, so dass wir nicht mit Sicherheit sagen können, wie gut sich das neue Produkt tatsächlich verkauft. Es wurde jedoch davon gesprochen, dass sich der durchschnittliche Verkaufspreis pro Wearable auf 102 US-Dollar pro Einheit erhöht habe.

Wir wissen auch, dass die Ionic, zusammen mit dem Alta HR, Fitbit Aria 2 und Fitbit Flyer, 31% des Umsatzes ausmachte. Für diejenigen, die Fitbit und den Wearables-Markt im Allgemeinen verfolgen, ist in den Unternehmensleitlinien für das Jahr 2018 ein interessanter Punkt zu entnehmen:

„Wir gehen davon aus, dass sich unser Geräte-Mix im Laufe des Jahres weiter in Richtung Smartwatches verschieben wird.“

Vor dem Hintergrund, dass Fitbit seine Marke primär als Hersteller von Fitness-Trackern aufgebaut hat, ist dies eine wichtige strategische Neuausrichtung. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das alles wirklich zielführend ist.

Infografik: Fitbits Formkurve zeigt deutlich nach unten | Statista

Samsung (Tizen), Google (Android Wear), und vor allem Apple (watchOS); das sind die Tech-Giganten mit der derzeit größten Bedeutung im Spiel um die besten Plätze bei den Smartwatches. Kann sich Fitbit an dieser heißumkämpften Position langfristig behaupten?

Es ist schon etwas merkwürdig, wenn das Unternehmen jetzt sein Glück bei Smartwatches versucht. Schließlich hat Fitbit eine der besten Online-Plattformen für Fitnesstracker geschaffen und eine starke Community aufbauen können. Ein weiterer Schritt in Richtung Smartwatch hingegen scheint nicht unbedingt der Kernkompetenz von Fitbit zu entsprechen. Andererseits steht Fitbit mit dem Rücken zur Wand und muss Wachstum und Gewinn um jeden Preis generieren, unabhängig davon, welcher Kategorie die einzelnen Produkte genau zuzuordnen sind.

Bis heute nicht klar erkennbar, wo sich für Fitbit die Synergien mit Pebble erschlossen haben, jenem Unternehmen, welches als Smartwatch-Pionier vor über einem Jahr von Fitbit übernommen wurde.

Leider erblickte bislang auch keine neue Pebble das Licht der Welt, stattdessen kam die Ionic, die zwar technisch gut gemacht ist, aber reichlich teuer erscheint und gegenüber der starken Konkurrenz keine Vorteile erkennen lässt und deren Design auch nicht jedermanns Sache ist.

In jedem Fall wird 2018 für Fitbit ein sehr spannendes Jahr werden.

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