Neu: Wear OS by Google, statt bisher Android Wear

Aus Android Wear wird Wear OS by Google. Das bedeutet ein neues Logo, das auf allen zukünftigen Android Wear – sorry, natürlich muss es Wear OS heißen – Smartwatches erscheinen wird, während alle bestehenden Uhren in den kommenden Wochen mittels eines OTA- (Over-the-Air) Update umbenannt werden.

Ein bloßer Marketing Gag, nachdem sich lange Zeit nichts mehr getan hat? Kurzfristig ja, längerfristig wohl eher nicht. Google möchte damit signalisieren: Hallo, wir sind auch noch da und wir werden wieder aktiv!

Aber was ist mit neuen Features – und wie sieht die Zukunft der Plattform aus? Leider ist das nicht das bereits lang ersehnte Android Wear 3.0 mit neuer Bezeichnung, aber Google hat eine Handvoll neuer Funktionen versprochen, von denen im Gespräch von Hugh Langley mit Dennis Troper, dem neuen Produktchef bei Google für Android Wear, schon ein paar Details durchgesickert sind. Troper deutete auch auf einige andere Verbesserungen hin, die in den kommenden Monaten ausgerollt werden sollen.

Updates in Bezug auf Gesundheit und Fitness bis hin zu einem verbesserten Assistenten, sind die wesentlichen Funktionen und Änderungen, die wir in den kommenden Monaten erwarten können. Google möchte, dass Wear OS sich mehr in Richtung Fitness entwickelt. Google hat in Bezug auf Gesundheit und Fitness größere größere Ambitionen; soviel scheint sicher zu sein.

Zudem – und das ist wohl eine der wichtigsten Neuerungen, werden iOS-Nutzer eine neue App erhalten, mit der sie ihren Google Fit-Verlauf studieren können, der bisher nur auf der Uhr angezeigt werden konnte, wenn sie zusammen mit einem iPhone genutzt wurde.

„Wir sind sehr daran interessiert, bei den Themen Gesundheit und Fitness mehr zu machen und voranzukommen“, sagte Troper. „Apple und Fitbit sind an dieser Stelle derzeit Benchmark und daran orientieren wir uns. Ich möchte im Moment nichts vorwegnehmen, aber Sie können davon ausgehen, dass in diesem Jahr noch zahlreiche Neuerungen vom Wear-OS Team kommen werden“, führt Troper weiter aus.

Einer der Bereiche, die vorangebracht werden sollen, sind das aktive Coaching und die Motivation der Benutzer, aktiver zu bleiben und damit das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Dazu wird in 2018 noch einiges passieren.

„Angesichts der Tatsache, dass unsere Muttergesellschaft Alphabet mit „Verily Life Sciences“ und anderen Tochterfirmen ein großes Engagement auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge zeigt, wird Google mit Wear OS hier schnellstens nachbessern und den verpassten Anschluss zurückholen.“

Für Nutzer von iPhones ist Android Wear nach wie vor keine wirkliche Freunde. An dieser Stelle hat Google noch erhebliches Nachbesserungspotenzial und wird diese Lücke hoffentlich bald schließen.

Auch die immer wiederkehrenden Bluetooth-Verbindungsprobleme müssen gelöst werden. Google möchte dem u.a. dadurch beikommen, dass mehr und mehr automatisierte Tests mit unterschiedlichen Hardwareplattformen durchgeführt werden. So sollen Probleme schneller erkannt werden.

Eine Hürde, die es ebenfalls noch zu nehmen gilt, ist die gezielte Vorauswahl von iMessages. Hier steckt der Teufel im Detail. Aber auch an diesem Problem wird bei Google gearbeitet.
Ebenfalls soll sich zum Thema Akkulaufzeit etwas bewegen. Denn der hohe Energiekonsum und das tägliche Aufladen ist einer der Hauptschwachpunkte des aktuell im Einsatz befindlichen Betriebssystems. Auch in diesem Punkt sind andere Anbieter, wie Samsung, Garmin oder Fitbit, bedeutend weiter.

Einige High-Tech Marken haben sich von der Google Plattform bereits verabschiedet. Darunter so wichtige Anbieter wie Motorola oder Asus. Dazu wollte sich Google jedoch nicht äußern. „Jeder hat seine eigene Philosophie und gute Gründe, sich so oder anders zu verhalten“, entgegnete Google auf Anfrage.

Dem stehen stehen jedoch zahlreiche neue Partner aus den Bereichen Schmuck und Fashion gegenüber, die auf den Google-Zug aufgesprungen sind.

Google hat Anfang 2017 die LG Watch und LG Watch Sport auf den Markt gebracht, um das Potenzial von Android Wear 2.0 zu demonstrieren. Der erwartete Wow-Effekt ist aber ausgeblieben. Stattdessen wäre Google besser beraten, eine smarte High-End Uhr unter dem hauseigenen Label „Pixel“ auf den Markt zu bringen, um zu zeigen, dass es Google mit dem Fortbestand und der Weiterentwicklung von Android Wear tatsächlich ernst meint und es nicht bei einer Umbenennung auf Wear OS bewenden lässt.

Warten wir ab, was kommt. Das Jahr 2018 hat ja noch ein paar Monate vor sich.

Das Gespräch mit Dennis Troper, dem Produktchef bei Google für Android Wear, führte Hugh Langley in San Francisco. Die auszugsweise Übersetzung erfolgte durch das Deutsche Uhrenportal.

 

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