Qualcomms neue Hardwareplattform für WearOS Smartwatches

Googles Betriebssystem für Smartwatches, nun umbenannt in Wear OS, ist am Scheideweg angelangt. Nach der kürzlich erfolgten Neuausrichtung des smarten Betriebssystems, welches früher als Android Wear bekannt war, hofft Google, dass unter anderem die Zahl der iPhone-Nutzer, die nun Smartwatches mit WearOS kaufen, zunehmen wird.

Aber die Hardwarebasis, auf der all das stattfinden soll, ist mittlerweile veraltet.

Qualcomms Snapdragon 2100-System-on-Chip (SoC) wurde bereits Anfang 2016 auf dem Markt eingeführt und – abgesehen von kleinen Verbesserungen – seither nicht aktualisiert, während die Apple Watch sowie auch die Tizen-Modelle von Samsung laufend Verbesserungen erfahren haben.

Das soll sich nun grundlegend ändern. Qualcomm, der Platzhirsch wenn es um Mikroprozessoren für Android basierte Smartphones geht, wird noch in diesem Jahr seinen neuen Chipsatz Qualcomm Wear 3100 vorstellen. Die neue Plattform wird im Herbst diesen Jahres, zusammen mit einer völlig neuen Smartwatch-Generation, präsentiert werden.

Der Qualcomm Snapdragon 400, der bei früheren Smartwatches – wie der Moto 360 verwendet wurde – war lediglich ein modifizierter Smartphonechip. Die nächste Generation, der Snapdragon 2100, der heute in nahezu allen Wear-OS-Uhren zu finden ist, war zwar schon etwas besser auf die Anwendung in einer Smartwatch abgestimmt worden, dennoch war die verwendete 28 nm Technologie schon bei ihrem Erscheinen veraltet.

Mit der dritten Generation, dem Snapdragon 3100, möchte Qualcomm nun den großen Schritt nach vorne wagen. Der neue Chipsatz wurde konsequent für den Einsatz in einer Smartwatch konzipiert. Wesentliche Systemanforderungen dabei waren, dass die Smartwatch insgesamt kleiner, die Batterielaufzeit hingegen länger werden muss und das alles gekoppelt mit einem völlig neuen Design- und Nutzererlebnis beim Betrachten der Uhr. Und dann sollen natürlich auch alle aktuellen Anforderungen aus den Bereichen Gesundheit und Fitness implementiert werden.

Die Fossil Group wird wohl einer der ersten Anwender dieser neuen Plattform sein

Gemeinsam mit Google und zahlreichen Anwendern des aktuellen Chipsatzes (Snapdragon 2100) wurde ein umfangreicher Erfahrungsaustausch betrieben, was letztlich zu einer komplett neuen Systemarchitektur geführt hat.

So wird es beim neuen Snapdragon 3100 Chipsätze für unterschiedliche Anwendungsfälle geben. Alle SoC-Varianten verfügen standardmäßig über Bluetooth und Wi-Fi, während Fitness- und Sport-Chips z.B. zusätzlich über GPS verfügen. Und einige Varianten werden auch LTE mit an Bord haben.

Eine weitere wichtige Anforderung kam von den Mode- und Fashionmarken. Sie wollen, dass eine Smartwatch wirklich wie eine Uhr aussieht. Also muss das Display ständig aktiviert bleiben und nicht wie bisher nur dann eine Anzeige liefert, wenn der Träger den Arm hebt und auf das Display blickt. Nein, das Display muss in jedem Betriebszustand so angesteuert werden, dass die Smartwatch auch vom Umfeld stets als Uhr wahrgenommen wird. Mit den heute oftmals abgedunkelten Displays funktioniert das natürlich nicht. Und das beklagen heute viele Kunden.

Um wieviel sich die Laufzeit des Akkus konkret verbessern wird, dazu wollte Qualcomm aktuell noch keine Aussagen machen. Ziel soll jedoch sein, besser als die Apple Watch und mindestens gleichwertig wie Samsung zu werden.

Und Last but not Least legen Qualcomm und Google großen Wert auf eine wesentlich verbesserte Funktionalität für Anwendungen im Sport- und Fitnessbereich. Apple, Garmin, Fitbit und Samsung geben in dieser Disziplin aktuell den Takt vor.

Es ist also wirklich an der Zeit, dass eine neue Hardwareplattform zur Verfügung gestellt wird. Auf der IFA in Berlin werden wohl erste neue Modelle zu bewundern sein. Wir dürfen gespannt sein.

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