Gebremstes Wachstum bei Wearables im ersten Quartal 2018

Die weltweiten Auslieferungen von Wearables stiegen im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,2%, und erreichten einen Umfang von 25,1 Millionen Einheiten. Das Wachstum blieb damit deutlich hinter dem Vorjahreswert (+18%) zurück, so die aktuelle Auswertung von IDC (International Data Corporation).

Der Grund ist primär in einer spürbaren Abschwächung des Marktes für einfache Fintesstracker i.H. von 9,2% zu suchen. Im gleichen Zeitraum stieg der Absatz von höherpreisigen Smartwatches von Apple, Fitbit und zahlreichen Modemarken hingegen um 28% an. Der Kunde bevorzugt zunehmend die intelligenteren und individuell konfigurierbaren Geräte.

„Mit dem Schritt zu intelligenteren Geräten sehen wir auch erste Hinweise darauf, wohin sich der Markt für Wearables entwickeln wird“, sagte Jitesh Ubrani, Senior Research Analyst für IDC Mobile Device Trackers. „Zusätzliche Sensoren und über die Jahre hinweg optimierte Algorithmen ermöglichen es den Champions auf dem Markt, wie Fitbit oder Apple, Krankheiten und andere von der Norm abweichende Unregelmäßigkeiten zu identifizieren. Auch sind inzwischen rund ein Drittel aller ausgelieferten Wearables mit Mobilfunkverbindung ausgestattet, die völlig neue Anwendungen ermöglichen – insbesondere auch bei Notfällen.“

„Neben den bekannten Marktführern gibt es eine lange Liste weiterer Anbieter, die ihren eigenen Weg auf dem Wearables-Markt gehen“, sagte Ramon T. Llamas, Research Director für Wearables bei IDC. „Während Gesundheit und Fitness bei vielen dieser Geräte immer noch den wichtigsten Mehrwert darstellen, stellt man bei einer erweiterten Betrachtung fest, dass sich zunehmend auch neue Anwendungsfälle und Geräteformate dazugesellen. Dazu zählen z.B. sog. Hearables, die Coaching, Noise-Cancellation sowie auch simultane Sprachübersetzung beherrschen, oder andere am Handgelenk getragene Geräte, mit funktionalen Schwerpunkten auf die persönlicher Sicherheit sowie smarte Uhren für Kinder.“

Neben Uhren und Fitnessbändern, auf die rund 95% der ausgelieferten Stückzahlen entfielen, wuchs der Anteil an smarter Kleidung im Vergleich zum Vorjahr um 58%. Mehrheitlich handelt es sich dabei um smarte Sportschuhe, ausgerüstet mit entsprechender Sensorik, aber auch die Liste jener Anbieter, die Shirts, Shorts und andere Kleidungsstücke mit Fitness-Tracking-Funktionalität auf den Markt bringen, wird von Mal zu Mal länger.

Top 5 Hersteller von Wearables (einfache Wearables und Smartwatches), ausgelieferte Stückzahl (in Mio.), Marktanteil und Veränderung zum Vorjahr jeweils in %. Betrachtungszeitraum Q1/2018
Hersteller Q1/2018 Ausgelieferte Einheiten
(Mio.)
Q1/2017 Marktanteil Q1/2018 Ausgelieferte Einheiten
(Mio.)
Q1/2017 Marktanteil Veränderung zum Vorjahr
1. Apple 4.0 16.1% 3.6 14.3% 13.5%
2. Xiaomi 3.7 14.8% 3.6 14.6% 2.3%
3. Fitbit 2.2 8.7% 2.2 12.2% -28.1%
4. Huawei 1.3 5.2% 0.5 2.1% 147.0%
5. Garmin 1.3 5.0% 1.1 4.6% 9.1%
Andere 12.6 50.3% 12.9 52.1% -2.3%
Summe 25.1 100.0% 24.8 100.0% 1.2%
Quelle: IDC Worldwide Quarterly Wearables Tracker, 04. Juni, 2018

Die Top 5 Wearables Unternehmen in Q1 / 2018

Apple

Die Auslieferungen der Apple Watch nahmen gegenüber dem Vorjahr um 13,5% zu. Als wesentliches Momentum wirkte dabei die Einführung der Apple Watch 3 mit integriertem 4G Mobilfunk-Modul (LTE). Telefongesellschaften waren weltweit darüber erfreut, durch die Integration der LTE-Funktionalität in die Smartwatch neue Geschäftsmodelle generieren zu können. Das Wachstum von Apple hat schließlich den gesamten Markt überholt, so dass Apple seinen Marktanteil von 14,3% im ersten Quartal 2017 auf 16,1% im ersten Quartal 2018 steigern und damit den ersten Platz einnehmen konnte.

Xiaomi

Der Senkrechtstarter aus China sicherte sich die zweite Position mit einem Marktanteil von 14,8%. Mit einer weiterhin aggressiven Preispolitik und dem niedrigsten durchschnittlichen Verkaufspreis unter den Top-5-Unternehmen konnte Xiaomi im Quartalsvergleich allerdings nur 1,8% des Gesamtumsatzes für sich beanspruchen. Dies ist ein wichtiger Unterschied, da Xiaomi derzeit zwar den heimischen Markt in China mit seinen Geräten erfolgreich beherrscht, jedoch bei betrachtung des Umsatzes einen weitaus geringeren Erfolg einfährt. Aus der Geschichte wissen wir allerdings, dass diejenigen, die den Markt zunächst über den Preis für sich gewinnen konnten, im Rahmen einer Langfriststrategie irgendwann mit Preisanpassungen nachziehen, um dann auch in Umsatz und Gewinn nachzufassen. Auch die weitere Expansion nach Europa und die USA steht noch aus.

Fitbit

Trotz eines weiteren Rückgangs von 28% wurde Fitbit im Quartal Dritter. Die Einführung der Smartwatch Fitbit Versa war Dank ihres ansprechenden Designs und des attraktiven Preises insgesamt erfolgreich. Vor kurzem hat das Unternehmen auch neue Funktionen auf seiner Plattform eingeführt. Dazu zählen  z. B. eine spezielle App für Frauen, die gut angenommen wird, da mehr als 2 Millionen Nutzerinnen dieses Feature bereits anwenden. Mit Blick in die Zukunft konzentriert sich Fitbit weiter auf den Gesundheits- und Wellnessmarkt, indem es u.a. mit Regierungsbehörden und medizinischen Institutionen zusammenarbeitet. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Organisationen vergleichsweise träge arbeiten und Fitbit die Ergebnisse aus diesen Bemühungen vermutlich erst auf lange Sicht voran bringen.

Huawei

Die Strategie von Huawei, die Marke Honor für ein jüngeres und die Marke Huawei für ein anspruchsvolleres Publikum zu positionieren, funktioniert gut; Huawei hat nunmehr den vierten Rang erreicht. Das breite Produktportfolio von der Smartwatch, über Uhren für Kinder, hin zu Fitnesstrackern und neuerdings sogar Hearables, führte dazu, dass das Unternehmen seinen Anteil gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln konnte. Das wirkte sich auch sehr positiv auf den Marktanteil aus. Der überwiegende Anteil der Marktpräsenz von Huawei fokussiert sich nach wie vor auf Asien, mit entsprechenden Erweiterungspotenzialen versteht sich.

Garmin

Das Unternehmen rundet die Top-Five-Liste mit einem Marktanteil von 5% ab; bei einem Plus von 4,6% gegenüber den Vorjahr. In der Vergangenheit hat Garmin nur träge auf Innovationen reagiert und neue Funktionen erst zeitverzögert übernommen. Nun scheint Garmin wichtige Trends erkannt zu haben und so wurden die kürzlich erfolgte Einführung eines Musik-Players, der  weitere Ausbau von Garmin Pay sowie der Connect IQ-Plattform vom Kunden gut angenommen. Garmin konnte zudem seine globale Präsenz ausweiten; fast drei Viertel der Verkäufe von Wearables finden mittlerweile außerhalb der USA statt, verglichen mit etwa zwei Dritteln noch vor einem Jahr.

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