Montblanc Summit 2 und Samsung Galaxy Watch im Vergleichstest

Montblanc ist einer der ganz wenigen Luxusuhrenhersteller aus der Schweiz, die das smarte Geschäft mit intelligenten Uhren nicht einfach links liegen lassen und so tun, als würde sie das alles nicht betreffen. Montblanc, aber auch TAG Heuer haben bereits frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und sich entschlossen, auf diesen Zug aufzuspringen.

Montblanc hat nach dem ersten e-strap, dem Twin Smart Strap, der Summit und nun mit der Summit 2 reichlich Erfahrung gesammelt und das merkt man/frau der neuesten Generation auch sofort an.

Unboxing der Montblanc Summit 2

Erwartungsgemäß beginnt die Freude bereits beim Auspacken. Wie es sich für einen Hersteller von Luxusuhren gehört, kommt die Summit 2 aufwendig und ansprechend verpackt zum Kunden. Das Uhrenetui ist hochwertig und passt zum Charakter der Uhr.

Hochwertige Verpackung. Links daneben der USB Ladeadapter mit Magnethalterung

Nach der Entnahme aus der weichen Polsterung stellt sich sogleich das Gefühl einer Uhr ein. Nein, das ist nicht irgendeine sterile Smartwatch, das ist eine echte Uhr, auch wenn in Ihrem Inneren kein mechanisches Werk tickt.

Die Uhr hat Charakter und fühlt sich auch in ihrer Haptik als echte Uhr an. Das stufenlos verstellbare und hautfreundliche Kalbslederband, die hervorragend gearbeitete Schließe und schließlich das tadellos verarbeitete Gehäuse aus Edelstahl.

Die Rückansicht. Gut zu erkennen die großflächigen Kontakte zum Aufladen des Akkus sowie mittig angeordnet der Sensor zur Pulsmessung

Einzig der Boden ist eine Mischung aus etwas Kunststoff und Glas, wirkt aber dennoch sehr hochwertig. Weshalb Montblanc hier keinen Stahlboden verbaut, erschließt sich nicht, da die Uhr nicht induktiv geladen wird, sondern über einen Magnetadapter und vier sich mit der Uhr verbindende Federkontakte.

Dieser Adapter gefällt zwar in seiner Optik und haptischen Qualität, jedoch könnte die Haltekraft des Magneten etwas höher sein, da im Verlauf des einwöchigen Tests zweimal der Adapter während des Ladens leicht verrutscht ist und die Uhr dann nicht geladen wurde. Das ist ärgerlich und sollte nicht sein.

Dennoch, der erste Eindruck ist gut bis sehr gut und dieser bleibt auch, sobald die Uhr an das Handgelenk kommt und längere Zeit getragen wird. Das Gehäuse mit einem Durchmesser von 42 mm passt sowohl an die Handgelenke von Damen wie auch von Herren. Der Sitz ist perfekt und die Optik mit der markanten Krone und den zwei seitlich davon angeordneten Drückern absolut stimmig. Allein die üppige Gehäusehöhe trübt diesen ansonsten durchweg runden Eindruck etwas, bleibt im täglichen Gebrauch aber nachrangig.

Wird nach dem vollständigen Aufladen die Uhr aktiviert und das Betriebssystem (Wear OS 2.1 von Google) „hochgefahren“ so erstrahlt das brillante 300 x300 px auflösende AMOLED Display. Montblanc ist der erste Anwender der neuesten SoC Generation aus dem Hause Qualcomm, dem Snapdragon Wear 3100.

Detailreiches Watchface mit guter Auflösung und hoher Brillanz

Dieser hat durch die 4-Kerne Architektur eine höhere Leistung als der Vorgänger und das merkt man beim Aktivieren sofort. Die Uhr ist nach dem Neustart deutlich schneller betriebsbereit. Das Display und die von Montblanc angebotenen Watchfaces geben der Uhr auch unmissverständlich den Charakter einer Uhr mit auf den Weg. Das Display wird zudem von einem kratzfesten Saphirglas geschützt und unterstreicht diesen Anspruch zusätzlich.

Der Always-On Modus sorgt dafür, dass die Uhrzeit stets ablesbar bleibt, die Uhr also auch im Ruhemodus nicht völlig abdunkelt, wie dies z.B. bei der Apple Watch nach wie vor der Fall ist.

Auf der Rückseite findet sich, neben dem bereits erwähnten Boden aus Kunststoff und Glas, der Sensor zur Messung der Pulsfrequenz. Auf der linken Seite befindet sich schließlich noch eine kleine Öffnung für das Mikrofon. Ein Lautsprecher wurde nicht verbaut. Montblanc gibt die Wasserdichtigkeit mit 5 atm bzw. 50 Metern an.

Im Vergleich dazu die Galaxy Watch von Samsung

Sehen wir uns im Vergleich die Samsung Galaxy Watch an. Schon beim Auspacken der Galaxy Watch merkt man den Unterschied – und zwar deutlich. Auch die Samsung möchte ganz Uhr sein, kann aber ihren Gadget Charakter nicht ganz verleugnen. Das beginnt bei der sehr viel einfacher gestalteten Verpackung und hört auch beim Produkt selbst nicht auf. Das Gehäuse aus Edelstahl ist gut verarbeitet, aber die Liebe zum Detail fehlt.

Dem sehr viel geringeren Preis der Samsung Galaxy Watch entsprechend, fällt auch die Verpackung einfacher aus.

Der bei der Samsung Galaxy Watch verbaute Boden aus Kunststoff ist der induktiven Ladetechnik geschuldet, was die Wahl dieses Werkstoffes erklärt und rechtfertigt. Das Material selbst sowie dessen Gestaltung wirkt aber billig und beim Dagegenklopfen klingt es hohl. Ein Schönheitsfehler, der im praktischen Gebrauch freilich ohne großen Belang ist.

Rückansicht der Samsung Galaxy Watch mit insgesamt vier Sensoren zur Pulsmessung

Aber es ist wie beim Automobil. Eine mit sattem Klang ins Schloss fallende Tür vermittelt eben mehr Solidität, als dies bei einem blechernen Klangbild der Fall ist, selbst wenn die Funktion nicht darunter leidet.

Das mitgelieferte Silikonarmband ist angenehm und gleich in zwei unterschiedlichen Längen beigelegt, so dass verschiedene Umfänge am Handgelenk problemlos abgedeckt werden können. Über den Schnellwechselmechanismus lässt sich dies ohne Werkzeug bewerkstelligen. Für den Test haben wir das Band allerdings gegen ein schwarzes Metallarmband aus dem Zubehörhandel getauscht.

links: Samsung Galaxy Watch // rechts: Montblanc Summit 2

Auch die Samsung Galaxy Watch verfügt über zwei seitliche Drücker, es fehlt jedoch die Krone. Das lässt die Uhr im Vergleich zur Montblanc optisch etwas amputiert wirken. Die Krone ist bei Samsung jedoch nicht nötig, da sich das Bedienkonzept grundlegend von jenem bei WearOS unterscheidet. Dazu später mehr.

Die Samsung verfügt – im Gegensatz zur Montblanc – neben dem obligatorischen Mikrofon auch über einen Lautsprecher. Dennoch sichert Samsung auch hier eine Wasserdichtigkeit von 5 atm bzw. 50 Meter zu, was wir jedoch nicht nachprüfen konnten.

links: Samsung Galaxy Watch // rechts: Montblanc Summit 2 // gut zu erkennen die seitliche Öffnung im Gehäuse für das Mikrofon bei der Montblanc. Bei der Samsung befinden sich beide Öffnungen im schwarzen Gehäusedeckel aus Kunststoff

Auf der Rückseite der Uhr sind bei der Samsung im Gehäuseboden aus Kunststoff insgesamt 4 Sensoren zur Messung der Pulsfrequenz eingelassen.

Das Gehäuse weist einen Durchmesser von 46 mm auf, ist also deutlich wuchtiger als jenes der Montblanc Summit 2, die gegen die Samsung fast schon zierlich wirkt. Damit die Galaxy Watch auch von den Damen getragen werden kann, gibt es das Modell wahlweise ebenfalls in einer zierlicheren 42 mm Variante. Herausragend bei beiden Varianten aus dem Hause Samsung ist die prominente Drehlünette, die nun sehr exakt rastet, eine hervorragende Haptik bietet und das Kernstück des überaus geschickt und bedienerfreundlich gestalteten Bedienkonzeptes ist.

Die Samsung Galaxy Watch am Handgelenk. Gut erkennbar die drehbare Lünette zur komfortablen Menüsteuerung. Das Display lässt sich selbst bei vollem Sonnenschein hervorragend ablesen.

Am Handgelenk wirkt die Samsung mit ihren 46 mm deutlich maskuliner, vielleicht schon ein wenig des Guten zuviel. Aber das ist bekanntlich reine Geschmackssache. Wie die Montblanc Summit 2 verfügt auch die Samsung über einen Always-On Modus, bei dem das Display selbst im Ruhemodus noch ausreichend hell ausgesteuert wird. Der Sekundenzeiger geht dabei nicht in Ruheposition, oder verschwindet völlig, sondern behält seinen weichen Bewegungsablauf, der optisch an eine Uhr mit mechanischem Werk erinnert. Also auch die Samsung Galaxy Watch möchte – anders als die Apple Watch – als Uhr wahrgenommen werden.

Das treibt Samsung insofern auf die Spitze als im Konfigurationsmenü wahlweise auch das Tickgeräusch einer mechanischen Uhr aufgerufen werden kann. Der eingebaute Lautsprecher gibt das Geräusch dann beim Halten der Uhr ans Ohr tatsächlich naturgetreu wieder. Nun, wer´s braucht. Wir haben das schnell wieder ausgeschaltet, schließlich wollen wir ja keinen Fake am Handgelenk. Eine elektronische Uhr darf auch ruhig als solche wahrgenommen werden. Das Display der Samsung ist wie jenes der Montblanc ohne Fehl und Tadel und stellt die angebotenen Zifferblätter (Watchfaces) detailgetreu dar, z.T. auch mit gut gemachten 3D-Effekten. Wobei uns die Leuchtkraft des Samsung Displays, insbesondere im Stromsparmodus noch etwas besser gefallen hat. Selbst bei grellem Sonnenschein, bleibt die Ablesbarkeit hervorragend; in dieser Disziplin kann die Montblanc nicht ganz mithalten.

Der überaus praktische induktive Ladeadapter der Samsung Galaxy Watch. Der Ladevorgang selbst dauert allerdings ca. 50% länger als bei der Montblanc Summit 2

Das Aufladen der Samsung erfolgt über einen mitgelieferten Ladeadapter, auf den die Uhr aufgelegt wird. Der Ladevorgang erfolgt dabei induktiv und absolut „narrensicher“. Es muss also nicht geprüft werden, ob sich irgendwelche Kontakte im Eingriff befinden. Allerdings dauert der Ladevorgang vergleichsweise lang.

Das Aufstarten erfolgt hingegen enorm schnell. Der neue hauseigene Samsung Mikroprozessor macht dabei einen ganz hervorragenden Job.

WearOS 2.1 von Google: Das Betriebssystem der Montblanc Summit 2

Kehren wir wieder zurück zur Montblanc und damit WearOS. Google hatte mit WearOS (ehemals Android Wear) anfangs kein glückliches Händchen. War die Version 1.0 noch ganz o.k., so kamen mit Android Wear 2.0 ernsthafte Zweifel auf, ob der Konzern noch genau weiß, was er tut. Aber gut Ding braucht manchmal Weile und so wurde aus Android Wear eben WearOS 2.0 und nach kurzer Zeit kam dann bereits die Version WearOS 2.1, welche uns nun auch in der neuen Montblanc Summit 2 vorlag.

Die Montblanc Summit 2 mit drehbarer digitaler Krone

Nicht nur, dass die drehbare, digitale Krone – ähnlich wie bei der Apple Watch – nun das schnelle und zielsichere Navigieren durch das Menü unterstützt, sondern die gesamte Überarbeitung der Bedienoberfläche wieder etwas an die Anfänge von Android Wear 1.0 erinnert, was aber durchweg gut gelang. Also ein wenig „Back to the Roots“, was gelegentlich gar nicht so schlecht ist.

Perfekt überarbeitet wurde auch die Erstinbetriebnahme und die damit verbundene Koppelung mit dem Smartphone. Wir haben das mit einem Xiaomi Redmi Note 5 geprüft und waren begeistert, wie flüssig und schnell alles vonstatten ging.

Die Samsung Galaxy Watch mit ernsthaften Koppelungsproblemen

Davon kann sich Samsung eine Scheibe abschneiden. Mit der Kompatibilität von Telefonen des Erzrivalen Xiaomi scheint Samsung so seine liebe Not zu haben. Auf einem Xiaomi Mi5 mit Android 8.1 wollte sich die neue Companion App „Galaxy Wear“ nicht installieren lassen. Weshalb nicht? Ganz einfach, sie wird im Google Play Store erst gar nicht angeboten.

Wie bitte, das kann ja wohl nicht sein!

Also haben wir uns die entsprechende apk über einige Umwege besorgt und installiert. Was dann erstaunlich problemlos funktionierte. Aber ohne diese Zusatz-App stellt die Galaxy Watch eben keine Verbindung zum Telefon her. Also liebe Damen und Herren bei Samsung: So etwas geht rein gar nicht und gibt einen deutlichen Punkteabzug!

Wie es mit der Kompatibilität der Montblanc sprich der Google Software mit Apples iPhones bestellt ist, haben wir in Anbetracht der kurzen Zeitdauer außen vor gelassen. Wir gehen aber davon aus, dass iPhone Besitzer wohl auch weiterhin bevorzugt zur Apple Watch greifen werden und sollten und damit fraglos gut bedient sind.

Nachdem nun beide Uhren erfolgreich mit entsprechenden Android Telefonen gekoppelt waren, konnte der Tragetest beginnen. Für die Montblanc eine gute Woche, für die Galaxy Watch geht der Test in die Verlängerung.

Der Tragetest mit beiden Modellen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Beide Uhren bereiten im täglichen Gebrauch reichlich Freude, jede auf ihre Art.

Beide lassen sich gut tragen. Die Montblanc macht auch am Damenhandgelenk eine gute Figur, was für die kleinere Ausführung der Samsung aber ebenso gilt. Da uns von der Samsung jedoch nur die größere Variante vorlag, entschieden wir, die Montblanc bevorzugt am Damen- und die Samsung am Herrenhandgelenk zu testen, wenngleich die beigefügten Aufnahmen – zum besseren Vergleich – allesamt am Herrenhandgelenk aufgenommen wurden.

Die Montblanc Summit 2 kommt ohne Wenn und Aber als echte Uhr daher

Die Haptik und der Tragekomfort, aber auch die Optik der Montblanc wussten auf der ganzen Linie zu gefallen. Nun bestätigte sich, wie schon zu Beginn geäußert, die Montblanc trägt sich wie eine richtige Uhr. Alles passt, alles ist stimmig. Das geschmeidige Kalbslederband, die hervorragend gearbeitete Schließe, das sehr hochwertige Gehäuse und das gefällige Erscheinungsbild ergeben ein hohes Maß an Zufriedenheit.

Die Samsung Galaxy Watch mit hervorragendem Display

Die Samsung kann hier nicht ganz mithalten. Zwar haben wir das mitglieferte, etwas billig wirkende Silikonarmband gegen ein solches aus PVD-beschichtetem Edelstahl getauscht, aber das Gehäuse ist nicht ganz so perfekt gearbeitet und vor allem der billige Kunststoffboden stört optisch und haptisch immer wieder auf´s Neue. Betrachtet man hingegen den gewaltigen Preisunterscheid von knapp 1000 EURO bei der Montblanc zum aktuellen Straßenpreis von rund 300 EURO für die Galaxy Watch, so relativiert sich diese Kritik natürlich wieder. Und das hervorragende Display ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

Wie funktionieren beide Uhren im Alltag?

Da gibt es doch größere Unterschiede als zunächst vermutet. Samsung hat gegenüber dem Vorgängermodell der Gear S3 ganze Arbeit geleistet. Zwar wurden Gehäuse und Design nur minimal verändert, was aber auch nicht negativ zu sehen ist, im Inneren jedoch hat eine regelrechte Revolution stattgefunden.

War bei der S3 der Akku nach einem Tag Betrieb im Always-On Modus des Display leer gesaugt, so zeigt die Ladekontrolle bei der Galaxy Watch in diesem Betriebsmodus am Abend des ersten Tages noch rund 65% an. Also kann die Uhr ohne Zwischenstopp an der Ladestation mit ins Bett, um den Schlaf zu überwachen. Ergebnis: Ladezustand am Morgen des Folgetages noch bei 50%. Dann den ganzen Tag über in Betrieb (weiterhin mit Always-On versteht sich) mit reichlich News und Benachrichtigungen, die auf das Display projiziert werden. Und nicht zu vergessen, mit einer regelmäßigen Kontrolle und Aufzeichnung der Pulsfrequenz. Dann am Abend des zweiten Tages kommt gegen 22.00 Uhr die Nachricht, dass nun ein Ladevorgang nicht schlecht wäre. Den Hinweis haben wir ignoriert und so hielt die Galaxy Watch bis Mitternacht immer noch locker durch, bevor dann letztlich der Energiesparmodus dem ganzen zu Hilfe eilte.

Schalten wir für das ein oder andere Workout das in der Uhr integrierte GPS mit hinzu, so beansprucht das den Akku natürlich zusätzlich und verkürzt die Laufzeit. Aber auch hier hat Samsung gegenüber der S3 merkliche Fortschritte erzielt. Auch scheint die Zuverlässigkeit des GPS verbessert worden zu sein. Kam es bei der S3 immer wieder zu unerfindlichen Störungen und Ausfällen, so konnte dies bei der Galaxy Watch – zumindest bislang – nicht beobachtet werden.

Die Montblanc Summit 2 macht am Handgelenk eine gute Figur, das Display lässt sich auch bei Sonne gut ablesen, hinkt hinsichtlich seiner Brillanz der Samsung aber etwas hinterher.

Wie schlägt sich demgegenüber die Montblanc? Nun, am liebsten würden wir diese Frage gar nicht stellen, denn die Antwort fällt wenig schmeichelhaft aus und ist der eigentliche Haken an dieser ansonsten wirklich tollen Uhr.

Wurde im Vorfeld noch großartig verkündet, wie fleißig Google und Qualcomm an der neuen Prozessor- und Softwareplattform für den Snapdragon Wear 3100 gearbeitet hätten, um vor allem das Energiemanagement zu verbessern, umso ernüchternder fällt nun das Ergebnis aus. Wer hier seinen Job nicht gemacht hat, oder ob beide Parteien den Stand des Wettbewerbs einfach nicht wahrhaben wollen, sei dahingestellt.

Anmerkung: Wie wir zwischenzeitlich erfahren haben, hält Qualcomm auch beim Snapdragon 3100 nach wie vor an der für Prozessoren mittlerweile völlig veralteten 28nm Technologie fest. So wird das vermutlich nichts, meine Damen und Herren in San Diego.

Die Montblanc Summit 2 ist vergleichsweise kurzatmig

Wer mit der Montblanc Summit 2 den Always-On Modus bemüht – was der Uhr optisch wirklich gut steht – weil man/frau dann nicht in ein schwarzes Loch blickt, wie dies bei der Apple Watch der Fall ist, der wird nicht wirklich glücklich. Spätestens am frühen Abend ist der Akku platt. Dann muss der Ladeadapter zumindest mal für eine halbe Stunde bemüht werden, um der Uhr einen Stromstoß zu versetzen, der sie dann bis in den späteren Abend am Leben hält. Dann ist aber wirklich Feierabend. Wer glaubt, die Montblanc dann zur Schlafüberachung oder als Wecker mit ins Bett nehmen zu können, sieht sich enttäuscht und wird garantiert am nächsten Morgen verschlafen.

Nun deaktivieren wir den Always-On Modus, um zu sehen, was dann passiert. Leider nicht so viel mehr, wie wir erhofft hatten. Zwar kommen wir jetzt mit etwas Mühe über den Tag, aber am Abend ist dann wieder Sendeschluss. Also wieder nichts mit Schlafüberwachung und zuverlässigem Wecken am nächsten Morgen. Und das Ganze dann mit schwarzem, abgedunkelten Display. Aus der eigentlich schönen Uhr wird so optisch schnell ein billig anmutendes Gadget.

Die Montblanc Summit 2 eignet sich leider nur bedingt zur Aufzeichnung sportlicher Aktivitäten

Wird der Träger der Montblanc nun auch noch sportlich aktiv und meint ein Workout unter Zuhilfenahme der Google Fit App und aktiviertem GPS durchführen zu müssen, sieht er sich erneut enttäuscht. Der Ladeadapter muss nun zum ständigen Begleiter ernannt werden, sonst geht dem Ding sehr rasch die Puste aus. Schaltet sich dann kurz vor Knapp der Energiesparmodus ein, so wird aus der smarten Uhr eine ganz und gar unsmarte, die nur noch die Uhrzeit anzuzeigen vermag.

Liebe Entwickler, Test- und Qualitätsingenieure bei Qualcomm, Google und Montblanc, bitte hier nochmals ganz genau hinsehen, was da schief gelaufen ist und dringend nachbessern!

Wir wollen die Montblanc erst gar nicht mit einer Garmin Fenix 5 plus oder Amazfit Stratos vergleichen. Die Dinger laufen gleich mehrere Tage mit Always-On Display – ohne Ladegerät versteht sich.

Eignen sich die beiden smarten Uhren auch als Fitnesstracker?

Apropos Workout: gehen wir mit der Samsung zum Laufen oder auf den Hometrainer, so liefert der Pulsmesser sehr plausible und belastbare Daten ab. Das war beim Vorgänger der Gear S3 nicht so. Samsung hat der Galaxy Watch nun zusätzliche Sensoren spendiert und der Aufwand hat sich offensichtlich gelohnt.

Glaubt man nun, auch mit der Montblanc seine sportlichen Aktivitäten aufzeichnen zu müssen, so kann man die Werte des Pulsmessers getrost vergessen. Die aufgezeichneten Daten sind unplausibel und in der Regel viel zu hoch. Wird hingegen gemessen, wenn die Uhr ganz ruhig am Handgelenk sitzt, dann passen die Werte. Aber das hat der Sport eben so an sich, dass der Körper in Bewegung ist und damit muss die Uhr auch zurecht kommen, tut sie aber nicht. Wie man im Vergleich sieht, hat Samsung den Dreh nun offensichtlich besser raus.

Samsung ist an dieser Stelle wohl auch deshalb im Vorteil weil u.a. auch durch die Fitnessbänder Gear Fit 2 pro Erkenntnisse vorliegen, die einen Vorsprung in Sachen Know-How und Erfahrung mit sich bringen. Das wird auch bei der Nutzung der Fitness-App sichtbar.

Die Samsung Galaxy Watch hat bei der Aufzeichnung von sportiven Workouts eindeutig die Nase vorn

Zwar hat Google seine App Google Fit mächtig ertüchtigt, aber gegen Samsung Health oder gar Apple Health: Keine Chance.

Zu welchem Ergebnis kommen wir?

Wer primär auf den Preis schielt, kauft die Samsung und ist, wenn er sie denn dann hoffentlich mit seinem Smartphone irgendwann gekoppelt hat, rundum zufrieden. Die Kompatibilität mit den Samsung eigenen Telefonen sollte ja hoffentlich keine Probleme bereiten.

Wer bereit ist, deutlich mehr Geld auszugeben und auf der Suche nach einem Premium-Produkt ist, kann an der Montblanc sehr wohl Gefallen finden. Allerdings sollte er keinen allzu großen sportlichen Ehrgeiz besitzen. Die Montblanc ist definitiv keine Sportuhr, sondern eine intelligente Uhr, die vieles kann, was ein Smartphone auch kann, aber eben viel eleganter, weil das Smartphone nun öfter in der Tasche bleiben kann. Was aber unbedingt nachgebessert werden muss, ist die ausgesprochen schwache und nicht mehr zeitgemäße Laufzeit des Akkus.

Das ist gleichzeitig die Stärke der Samsung. Selbst unter Volllast läuft das Ding zwei volle Tage und wird der Always-On Modus ausgeschaltet, dann sind es sogar mehr als 3 Tage. Hier zahlt es sich aus, dass Samsung sein eigenes Betriebssystem Tizen pflegt, ständig verbessert und letztlich auch die Kompetenz besitzt, die Prozessoren selbst zu entwickeln und zu produzieren. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal.

Im Bereich der klassischen Uhren werden solch vertikal durchgängige Kompetenzen und Fähigkeiten gerne mit „Manufaktur“ umschrieben, ein Begriff, den wir in der Elektronik jedoch für wenig zutreffend erachten.

Wie dem auch sei, Samsung zeigt als Elektronik- und IT-Gigant was aktuell möglich ist und wie ein für den Kunden erfreuliches und ausgereiftes Produkt beschaffen sein kann, wenngleich auch die Galaxy Watch in einigen Punkten noch Potenzial nach oben besitzt.

Dennoch wollen wir auch der Montblanc Summit 2 einen veritablen Achtungserfolg zuerkennen, als Produkt eines Unternehmens, welches ursprünglich nicht der Elektronik entspringt, sich aber mit einer klaren Vorwärtsstrategie auf den Weg macht, das digitale Zeitalter in all seinen Facetten aktiv mitzugestalten.

Vergleich Montblanc Summit 2 mit Samsung Galaxy Watch

Bewertung mit 10 möglichen Punkten:

Eigenschaften

Samsung
Galaxy Watch

Montblanc Summit 2

Unboxing

7

10

Verarbeitung und Wertigkeit

8

10

Design und Tragekomfort

8

10

Erstinbetriebnahme

6

10

Connectivity und Kompatibilität

8

8

Funktionalität und Bedienoberfläche

10

9

Sport-/Fitnessfunktionen und Wasserdichtigkeit

9

4

Display und Anzeigen

10

9

Funktionalität der Smartphone-App

9

9

Akkulaufzeit; Ladegerät

8

3

Imagefaktor- und Emotionaler Aspekt

7

10

Preis-/Leistung

9

3

After Sales und Kundensupport

n.r.

n.r.

Ergebnis

8,25

7,92

Platzierung

1

2

Stand 02/2019

© 2019 by Deutsches Uhrenportal

 

Der Autor:

Herr Dipl.-Ing. (FH) Patrick Weigert ist als freier Journalist und Geschäftsführer einer Unternehmensberatungsgesellschaft u.a. für die Automobil- und Luxusgüterindustrie tätig und beobachtet und analysiert als Mitbegründer und Gesellschafter beim Deutschen Uhrenportal die Entwicklungen und Trends auf dem Sektor für hochwertige Uhren und digitaler Technologien.

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